Narwalhornbecher

1600/1605, Künstler: Jan Vermeyen (Goldschmiedearbeit)

 

 

Narwalhornbecher

Als die eigentliche Kostbarkeit an diesem Gefäß galt das Stück vom "Einhorn", das die Wandung bildet. Dem Horn des sagenhaften Tieres - das etwa seit 1200 mit dem Stoßzahn des Narwals gleichgesetzt wurde - schrieb man größte Heilswirksamkeit zu. Nach Anselmus Boetius de Boodt, einem Leibarzt Kaiser Rudolfs II., ist das Einhorn so hoch geschätzt, weil es durch nichts bei der Erkennung, Vorbeugung und Überwindung jeglichen Giftes übertroffen würde, so dass es den Preis des Goldes bei weitem übersteige. Daraus erklärt sich der hohe Anspruch bei der Gestaltung des Gefäßes. Der Kammerjuwelier Rudolfs II., Jan Vermeyen, den der Kaiser im Herbst 1597 nach Prag berufen hatte, schuf die reiche Goldemailarbeit mit Edelsteinen. Die schöne Doppelkamee auf dem Deckel stammt vermutlich aus der Mailänder Miseroniwerkstatt.

Derzeit ausgestellt: Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer Wien Raum XXVII

Objektdaten

Objektbezeichnung

Gefäß; Deckelbecher

Kultur

Prag, Mailand (Kameen am Deckel)

Datierung

1600/1605

Künstler

Jan Vermeyen (Goldschmiedearbeit) (vor 1559 Brüssel - 1608 Prag)

Miseroni - Werkstatt in Mailand (Kameen am Deckel) (Ende 16. Jahrhundert / Anfang 17. Jahrhundert)

Material/Technik

Horn, Narwalhorn ("Einhorn"), Gold, Email, Diamanten, Rubine, Doppelkamee aus Achat, Elfenbein

Maße

22,2 cm × 12,1 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer

Inv. Nr.

Kunstkammer, 1113

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