Christoph Columbus mit Wappenfahne

16. Jahrhundert, Künstler: anonym (Hofmaler)

 

 

Christoph Columbus mit Wappenfahne

Der berühmte Seefahrer ist hier als Höfling im roten Gewand mit pelzbesetztem Brokatmantel dargestellt. In der Rechten hält er eine Standarte mit dem Wappen von Kastilien und Leon, die er auf einem Globus an jener Stelle aufstützt, welche durch eine Inschrift als „NUEBA ESPANA“ bezeichnet wird. Dies macht das Bild zu einer allegorischen Darstellung der Entdeckung der Neuen Welt und deren Eingliederung in die spanische Herrschaft. Das Wappenschild rechts unten mit der Inschrift „A CASTILLA I A LEON NUEVO MUNDO DI COLO“ zeigt eine Caravelle, also ein Beispiel jenes Schiffstypus, den Columbus bei seinen Entdeckungsfahrten verwendete. Columbus wurde 1451 in Genua geboren und starb 1506 in Valladolid. Im Auftrag der spanischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon suchte er eine neue Seeroute nach Indien, wobei er Kuba und Haiti entdeckte. Auf seiner dritten Reise erreichte er die Küste im Norden Südamerikas, auf seiner vierten Zentralamerika. Das Gemälde befand sich ursprünglich im neuen Saal von Schloss Ruhelust im Hofburgkomplex von Innsbruck. Im Inventar von 1596 werden auf fol. 55v – 56v achtundzwanzig in diesem Saal befindliche Leinwandgemälde aufgezählt. Bei ihnen handelt es sich großteils um Feldherrenbilder, darunter jene von Ferdinando Pescara, Agostino Barbarigo, Chaireddin Pascha, Andrea Doria und Antonio Leyva, die heute ebenfalls in der zweiten Rüstkammer von Schloss Ambras gezeigt werden und im Format dem Porträt des Seefahrers entsprechen. Christoph Columbus wurde somit unter die tapfersten Helden und vornehmsten Geschlechter gereiht und ist damit Ausdruck der im 16. Jahrhundert den Entdeckungsfahrten zugemessenen Bedeutung. Zu Lebzeiten des Columbus wurden seine Leistungen hingegen in geringerem Maß gewürdigt. Dies zeigt sich nicht zuletzt daran, dass kein authentisches Porträt von ihm erhalten ist und die in den ersten Jahrzehnten nach seinem Tod entstandenen Gemälde kein übereinstimmendes Äußeres wiedergeben. Das vorliegende Bildnis folgt am ehesten jenem aus der Sammlung des Paolo Giovio, doch sollte es Columbus vermutlich in jüngeren Jahren darstellen. Viel deutlicher wird das Porträt Giovios als Vorlage für die Darstellung des Columbus in Erzherzog Ferdinands II. Kleinbildserie (heute im KHM in Wien) erkennbar.

Derzeit ausgestellt: Schloss Ambras Innsbruck Unterschloss, Rüstkammer 2

Objektdaten

Objektbezeichnung

Gemälde

Kultur

Deutsch

Datierung

16. Jahrhundert

Künstler

Material/Technik

Leinwand

Maße

Bildmaß: 206 cm × 110,5 cm × 3 cm

Rahmenmaße: 221 cm × 126 cm × 6,5 cm

Beschriftung

Bez.: im Clobus: Nueba Espana; Im Wappen: ACASTILLA IALEONNVEVOMVNDODICOLO

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie

Inv. Nr.

Gemäldegalerie, 7957

Provenienz

aus Ambras

Abbildung/Person

Cristoforo Colombo (1451 - 1506) - GND

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