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Meissener Altargarnitur der Kaiserin Wilhelmine Amalia

1737/1740, Künstler: Johann Joachim Kaendler

 

 

Meissener Altargarnitur der Kaiserin Wilhelmine Amalia

August III., König von Polen und (als Friedrich August II.) Kurfürst von Sachsen, gab 1737 bei seiner "Königlich-Polnischen und Kurfürstlich-Sächsischen Porzellan-Manufaktur" in Meißen eine Altargarnitur aus Porzellan in Auftrag. Dieses wertvolle Kabinettstück sollte sechs Altarleuchter, ein Kruzifix, einen Kelch, eine Messkännchengarnitur, drei Kanontafeln, eine Lavabogarnitur, ein Messglöckchen, einen Weihwasserkessel samt Weihwedel und schließlich zwölf Apostelfiguren umfassen und war für die Schwiegermutter Augusts und Witwe Kaiser Josephs I., Amalia Wilhelmine, bestimmt. Während das liturgische Gerät bald fertig war, zog sich die Herstellung der großen Apostelfiguren über Jahre hin: Der Modellmeister der Meissener Manufaktur Johann Joachim Kaendler begann zwar bereits 1737 mit der Figur des Apostels Johannes, er führte jedoch den Großteil der Apostel erst 1740 aus. Als Vorbilder für die virtuos gearbeiteten Porzellanfiguren dienten die monumentalen Apostelfiguren in der römischen Basilika San Giovanni in Laterano, die zwischen 1703 und 1718 von Camillo Rusconi, Francesco Maratta, Giuseppe Mazzuoli, Jean-Baptiste Théodon, Pierre-Étienne Monnot, Pierre Le Gros d. J. und Angelo de' Rossi geschaffen worden waren. Die Porzellanfiguren stehen jeweils auf einem vierseitigen Sockel mit abgeschrägten Ecken, die Sockelmitte schwingt konkav ein. Hier ist jeweils der habsburgische Doppeladler mit dem Wappen Amalia Wilhelmines, das Allianzwappen Habsburg-Braunschweig-Lüneburg, in leuchtenden Farben aufgemalt. Golddekor vervollständigt den Schmuck der Sockel. Die Figuren selbst bleiben unbemalt, nur die Gewandsäume sind mit Gold gehöht. Analog zu den Figurensockeln wurden die Basen der Kerzenleuchter und des Kruzifixes gestaltet; der Golddekor ist hier etwas sparsamer, dafür aber durchgehend eingesetzt. Neben den Apostelstatuetten, den Kerzenleuchtern und dem Standkreuz haben sich in der Geistlichen Schatzkammer noch die Kanontafeln, ein Kelchfuß mit Kuppakörbchen, das Messglöckchen und der Weihwedel erhalten. Teile des übrigen liturgischen Geräts gelangten in andere Sammlungen (Historisches Museum Bern, Württembergisches Landesmuseum Stuttgart und Meissener Porzellansammlung, Schloss Lustheim).

Derzeit nicht ausgestellt.

Objektdaten

Objektbezeichnung

Statuette; Altargerät

Kultur

Meißen

Datierung

1737/1740

Künstler

Johann Joachim Kaendler (1706 Fischbach/Dresden - 1775 Meißen) - GND

Material/Technik

Meißener Porzellan, teilweise vergoldet, Muffelfarben; Kerzendorne und Standkreuzmontierung: Bronze, vergoldet

Maße

Altarkreuz: 86,3 cm

Figur: H. 45,8 - 48,8 cm

Leuchter: H. 54,1 - 55,3 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer

Inv. Nr.

Kunstkammer, 7078 und andere

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