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Harnisch: Feldküriss

um 1535-1540, Besitzer: Konrad von Bemelberg

 

 

Feldküriss

Dieser Feldküriss ist bis auf die fehlenden Handschuhe vollständig erhalten und gibt einen um 1520 entstandenen leichteren Typus des Reiterharnisches wieder, bei dem statt eines geschlossenen Helmes eine Sturmhaube getragen wurde. Die Befehlshaber des Fußvolkes gaben zu Pferd ihre Kommandos, doch erlaubte es ihnen diese leichte Ausrüstung, auch zu Fuß ihre Landsknechte anzuführen. Als sich Konrad von Bemelberg und Boyneburg diesen leichten Reiterharnisch beim Landshuter Plattner Wolfgang Großschedel schlagen ließ, zählte er längst schon zu den bedeutendsten Landsknechtführern Karls V. Nicht minder beeindruckend als die Plattnerarbeit fiel auch die höchst qualitätvolle Ätzung des in München und Landshut tätigen Meisters Ambrosius Gemlich aus. Unter den auf der Brust befindlichen Medaillons mit den Porträts antiker Krieger monogrammierte der Ätzmaler mit "A. G". Es folgt die Inschrift "HILF. HER. AM. KREICZ" über einem andächtig vor dem Gekreuzigten knienden Landsknecht (vielleicht Bemelberg selbst?). Nachdem Georg von Frundsberg 1527 am Marsch nach Rom nahe Bologna wegen der Revolte seiner Landsknechte einen Schlaganfall erlitten hatte, bestimmte er Konrad von Bemelberg zu seinem Stellvertreter. Über Florenz führte Bemelberg das Fußvolk nach Rom, wo diese Truppen auch den Durchbruch in die Stadt erzwangen. Beim Sturm auf die Stadt fiel dann Karl von Bourbon, der Oberbefehlshaber der spanischen Truppen, und die in einem unbeschreiblichen Ausmaß plündernden Soldaten gehorchten überhaupt niemandem mehr. Der Karl von Bourbon nachfolgende Oberbefehlshaber Prinz Philibert von Orange musste ebenso fliehen wie Bemelberg, der der rasenden Soldateska nicht Herr werden konnte. Erst mit Ausbruch der Pest in Rom trat kurzfristig eine Beruhigung ein, und die Söldner fügten sich wieder einem Kommando.

Derzeit ausgestellt: Neue Burg, Hofjagd- und Rüstkammer Saal III

Objektdaten

Objektbezeichnung

Harnisch

Kultur

Landshut

Datierung

um 1535-1540

Besitzer

Konrad von Bemelberg (1494 - 1567) - GND

Hersteller/in

Küriss: Wolfgang Großschedel , (Plattner) (erw. 1517 - 1562, tätig in Landshut) - GND

Küriss: Ambrosius Gemlich , (Ätzer) (erw. 1527 - 1542, tätig in München und Landshut) - GND

Sturmhaube: Valentin Siebenbürger , (Plattner) (erw. 1531 - 1564) - GND

Material/Technik

Blankes Eisen, teilweise geätzt und feuervergoldet bzw schwarz gefüllt. Leder (CA)

Signatur

Monogramm des Ätzmalers: "A.G"

Beschriftung

Auf der Brust: "Hilf.Her.Am.Kreicz"

Stempel / Zeichen

Wolfgang Grosschedel; Ätzer: Ambrosius Gemlich (erw. 1527-1542)

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. Nr.

Hofjagd- und Rüstkammer, A 376

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