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Harnischgarnitur: Küriss der Goldtauschierten Garnitur

1582/1583, Besitzer: Karl von Österreich, Sohn des Tiroler Landesfürsten Erzherzog Ferdinands II. von Habsburg und der Philippine Welser

 

 

Küriss der Goldtauschierten Garnitur

1582 lieferte der Innsbrucker Plattner Jakob Topf zwei zusammengehörige Rüstungen, einen Küriss und einen Fußturnierharnisch, an Erzherzog Ferdinand II. von Tirol. Weil die Harnische in der Taillenweite für Erzherzog Ferdinand zu eng gewesen wären, kann er als Träger ausgeschlossen werden. Da es sich um eine Kleine Garnitur handelt, die für einen einzigen Träger angefertigt wurde, kann man wohl als Besitzer der beiden Harnische den unebenbürtigen Sohn des Tiroler Landesherren, Karl von Burgau, annehmen. Um 1580 erreichte die Innsbrucker Plattnerkunst unter Jakob Topf ihre letzte Blüte. Unter ihm wurden das letzte Mal höfische Prunkharnische mit ihrem reichen Dekor aus Silber- und Goldtauschierungen in Innsbruck hergestellt. Jakob Topfs persönlicher Stil vereinigt spätmanieristische, überfeine Eleganz mit der neuen barocken Schwere und dem Hang zur monumentalen Wirkung. Der gebläute Harnisch wurde vom Hofgoldschmied Elias Stark mit von Silberperlen begleiteten Rändern und Streifen in Gold- und Silbertauschierung geschmückt. Dazu kommt eine Dekoration aus Mauresken mit eingestreuten, vergoldeten Trophäen und Medaillons. Darin sind mythologische Figuren, antike Helden und Kostümfiguren dargestellt, die wahrscheinlich auf Stichvorlagen von Jost Amman zurückgehen.

Derzeit ausgestellt: Neue Burg, Saal IV

Objektdaten

Objektbezeichnung

Harnischgarnitur

Kultur

Innsbruck

Datierung

1582/1583

Künstler/in

Jakob Topf , (Plattner) (erw. 1573 , tätig in Innsbruck, gest. 1597 in Innsbruck)

Elias Stark , Hofgoldschmied (erwähnt 1561 - 1587, tätig in Innsbruck)

Material/Technik

Eisen, geschmiedet, getrieben, gebläut, teils mit Gold, Silber, Silberperlen tauschiert. Nieten: teils Eisen, vergoldet, teils Messingnietkappen. Schnallen: Eisen. Rosetten, Riemenzungen: Messing, teils vergoldet. Rüsthakenhalterung, Schnallen: Eisen, feuervergoldet.Leder (teils modern). Textil: Samt (in Fragmenten erhalten). Rüsthaken: Eisen, geschmiedet, teils geschnitten, teils mit Gold, Silberperlen tauschiert.

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. Nr.

Hofjagd- und Rüstkammer, A 1277

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