Jagdgerät: Besteck: Zwei Jagdmesser samt Scheide

um 1350, Besitzer: Rudolf von Wartensee Probst des Großmünsterstiftes Zürich

 

 

Zwei Jagdmesser samt Scheide

Die flachen Griffe des Messerpaares sind mit Bein- und Hornstreifen beklebt, die mit farbigen, teils eingefärbten, teils als Paste eingelegten Vierpass-, Schachbrett-, Feh-, Blüten- bzw. Rankenmustern in Rot, Grün und Schwarz verziert sind. Punktförmig bzw. als Kreuzchen eingesetzte Silberstifte vermehren den Dekor. Die breiten, flachen Klingen enden jeweils in einer Spitze und sind jeweils mit einer zwölfblättrigen Rosette als Meistermarke des unbekannten Klingenschmiedes signiert. Die nicht mehr vollständige Scheide ist aus schwarzem, gepresstem und geschnittenem Leder gefertigt. Auf ihrer Vorderseite befindet sich in der Mitte das von einem Topfhelm bekrönte Besitzerwappen. Ein Drache und Dreieckspalmetten oben sowie spätromanische Blattranken darunter füllen dekorativ die Fläche. Die mit einem einfachen Grätmuster verzierte Rückseite hat zwei heute leere, schmale Ausnehmungen nach Art von Futteralen, die für einen Pfriem, einen Wetzstahl oder ein kleines Beimesser vorgesehen gewesen sein könnten. Dieses Jagdbesteck, wohl das früheste, das sich erhalten hat, trägt das Wappen der 1372 ausgestorbenen Familie von Wartensee. 1351 schloss sich Zürich dem Bund der vier Waldstädte an. Im August erschien Herzog Albrecht II. von Österreich in Brugg. Um ihn friedlich zu stimmen, überbrachte ihm dort die Stadt Zürich Geschenke, zu denen wahrscheinlich auch das Jagdbesteck des um Vermittlung bemühten Propstes des Züricher Großmünsterstiftes, Rudolf von Wartensee, zählte. Dies war allerdings vergeblich, denn in den folgenden Jahren wurde Zürich dreimal belagert.

Derzeit ausgestellt: Neue Burg, Galerie A

Objektdaten

Objektbezeichnung

Jagdgerät: Besteck

Kultur

Oberrhein

Datierung

um 1350

Material/Technik

Messer: Klinge: Eisen, geschmiedet. Griff: Holz, mit Belag aus Bein- und Hornplatten sowie roter und schwarzer Farbpaste. Silbereinlagen. Silberstifte.
Beinplatten, teilweise eingefärbt.
Scheide: Holz. Leder, geprägt und teilweise graviert.

Stempel / Zeichen

Auf beiden Waidblättern einseitig ein Klingenschmiedstempel (Stern oder Sonne)

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. Nr.

Hofjagd- und Rüstkammer, D 198

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