Harnischteil Helm: Nasalhelm

11. Jahrhundert

 

 

Nasalhelm

Konische Helme mit feststehendem Naseneisen wurden vor allem im Hochmittelalter, vom 9. bis zum 12. Jahrhundert, gebraucht; sie gehen auf iranische Vorbilder zurück. Bei einigen Exemplaren ist die Helmglocke aus Segmenten zusammengesetzt; häufiger jedoch sind diese Helme, wie auch das Wiener Exemplar, aus einem Stück getrieben und schmucklos. Ein am Nasal verziertes Stück hat sich mit dem Helm des hl. Wenzel im Schatz des Prager Veitsdomes erhalten. Dieser Helm kann anhand der Lebensdaten des hl. Wenzel (gest. 955) in die Mitte des 10. Jahrhunderts datiert werden. Wegen ihrer Darstellung auf dem Teppich von Bayeux, auf dem die Eroberung Englands durch die Normannen (Schlacht von Hastings 1066) zu sehen ist, wird diese Helmform fälschlich auch als "normannischer Helm" bezeichnet. Die beiden Daten - der Tod des hl. Wenzel 955 und die Schlacht von Hastings 1066 - geben zugleich die ungefähre Zeitspanne an, in der der Wiener Helm entstanden sein dürfte. Neben dem großen, mandelförmigen Schild und dem knielangen Kettenhemd bildete der Nasalhelm die Schutzbewaffnung der hochmittelalterlichen Krieger. Er wurde einfach über der Kapuze des Kettenpanzers getragen. Den Kopf schützte außerdem noch eine gepolsterte Haube, über die man dann die Panzerkapuze zog. Das Naseneisen hielt direkte Hieben gegen das Gesicht ab, bot jedoch wenig Schutz vor seitlichen Hieben. Am Ende des Nasals befindet sich ein Häkchen, mit dem man die Panzerkapuze in das Naseneisen einhängen kann. Es haben sich nur ganz wenige Exemplare dieser Helmgruppe erhalten, unter denen der Wiener Helm neben demjenigen des hl. Wenzel ein Hauptstück ist. Der Wiener Helm wurde 1864 bei der Propstei von Olmütz in Mähren gefunden.

Derzeit ausgestellt: Neue Burg, Hofjagd- und Rüstkammer Saal I

Objektdaten

Objektbezeichnung

Harnischteil Helm

Kultur

Mährisch

Datierung

11. Jahrhundert

Material/Technik

Blankes Eisen

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. Nr.

Hofjagd- und Rüstkammer, A 41

Kunst & Patenschaft

Viele unserer Objekte sind auf der Suche nach Paten. Mit einer Kunstpatenschaft tragen Sie dazu bei, die Schätze der Kunstgeschichte für die Zukunft zu bewahren.
Als Kunstpate fördern Sie mit Ihrer Spende direkt und nachhaltig die wissenschaftliche Dokumentation, Erforschung, Restaurierung und Präsentation der Kunstbestände des Kunsthistorischen Museums Wien.

Werden Sie Kunstpate