Harnischgarnitur: Reiterharnisch (Küriss) für Feld und Turnier

um 1505-1510, Besitzer: Graf Andreas Sohn d. Eberhardt von Sonnenberg-Friedberg

 

 

Reiterharnisch (Küriss) für Feld und Turnier

Bei diesem Ensemble von Reit- und Turnierharnisch handelt es sich um eine frühe Garnitur. In einzigartiger Vollständigkeit haben sich hier zum "normalen", für den Krieg gebräuchlichen Reiterharnisch die für das Turnier nötigen Verstärkungsstücke erhalten, darunter auch die Brechscheibe für die Lanze, die beim Freiturnier gebraucht wurde. Der bereits ganz dem einfachen Formgefühl der italienischen Renaissance verpflichtete Plattner schuf eine klare, den Körper betonende stählerne Hülle. Die schmalen, in Goldschmelztechnik auf einem blauen Grund angebrachten, prachtvollen Verzierungen werden dem berühmten Augsburger Ätzer Daniel Hopfer d. Ä. zugeschrieben. Als getreuer Gefolgsmann Maximilians I. kämpfte Andreas von Sonnenberg seit 1486 um die Erhaltung des burgundischen Erbes für Philipp den Schönen. Nach dem Tode des Königs Matthias Corvinus Hunyady nahm er auf habsburgischer Seite an der Vertreibung der Ungarn aus Österreich und Wien teil. 1503 beteiligte er sich an den Auseinandersetzungen um das niederbayerische Erbe zwischen Ruprecht Pfalzgraf bei Rhein und Albrecht IV. Herzog von Oberbayern. 1511 wurde er von Felix Graf von Werdenburg aus Eifersucht ermordet, denn der Kaiser hatte ihm seine Gunst zugewendet.

Derzeit ausgestellt: Neue Burg, Hofjagd- und Rüstkammer Saal II

Objektdaten

Objektbezeichnung

Harnischgarnitur

Kultur

Augsburg

Datierung

um 1505-1510

Hersteller/in

Kolman Helmschmid , (Plattner) (1471 - 1532, tätig in Augsburg) - GND

Goldschmelzdekor im späteren Stil Daniel Hopfer , ( Ätzer) (Kaufbeuren 1471 - 1536 Augsburg) - GND

Material/Technik

Blankes Eisen, Goldschmelz, Leder

Beschriftung

auf dem Rücken: "Ave Maria"

Stempel / Zeichen

Kolman Helmschmid

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. Nr.

Hofjagd- und Rüstkammer, A 310

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