Korallen - Kasel

1. Hälfte 18. Jahrhundert

 

 

Korallen - Kasel

Bei der so genannten Korallen-Kasel, deren Bezeichnung von den für die Akzentuierung der Ornamente verwendeten Korallenperlen herrührt, handelt es sich um ein singuläres Stück, zu dem noch eine Stola sowie ein Manipel gehören. Als Kasel (von lat. casula - kleines Haus) wird das liturgische Obergewand des Bischofs und der Priester bezeichnet, das zur heiligen Messe getragen wird. Die ursprüngliche, bis ins 13. Jahrhundert zurückreichende Form dieses liturgischen Gewandes war die eines bis zum Boden reichenden glockenförmigen Mantels mit einem Durchlass für den Kopf. Im Lauf der Jahrhunderte wurden die Seiten der ärmellosen Glockenkaseln immer weiter beschnitten, um dem Priester - vor allem für die Elevation der Hostie bei der Wandlung - mehr Bewegungsfreiheit zu gewähren. So entwickelte sich allmählich die seit dem 17. Jahrhundert gebräuchliche Bassgeigenform, bei der sich das Vorderteil der Kasel über der Brust verjüngt. Die vorliegende, diesem Typus angehörende Kasel trägt eine reiche Goldstickerei in Spreng- und Anlegetechnik sowie Korallenperlen auf einem Silberlamé. Das aufsteigende Muster ist symmetrisch angelegt. Aus einer mittig platzierten Vase sowie aus einem darüber angeordneten Blattfächer, der auf einer Lambrequindraperie ruht, wachsen organisch geschwungene, blattförmige Ornamente. Sie nehmen die gesamte Breite der Kasel ein. Seitlich wird die Kasel zusätzlich mit Füllhörnern geschmückt, aus denen Ähren beziehungsweise Blüten quellen. Die Konturen der einzelnen gestickten Motive werden teilweise mittels Korallenschnüren akzentuiert. Zudem verläuft eine Korallenreihe wie ein Rahmen entlang der Außenkante der Kasel. Der Mittelstab dieses Messgewandes wird durch eine Korallenreihe sowie durch eine sich dicht anschließende lineare Goldstickerei angedeutet. Aus: Hauptwerke der Geistlichen Schatzkammer. Kurzführer durch das Kunsthistorische Museum, Band 7, hrsg. von Wilfried Seipel, Wien 2007 (Katja Schmitz-von Ledebur).

Derzeit nicht ausgestellt.

Objektdaten

Objektbezeichnung

Parament

Kultur

Herstellung: Italienisch

Datierung

1. Hälfte 18. Jahrhundert

Material/Technik

Silberlamé, Seide, Lahn; Goldstickerei, Korallen

Maße

H. 106 cm, B. 73 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Geistliche Schatzkammer

Inv. Nr.

Schatzkammer, GS A 51 b

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