Die Strümpfe

2. Hälfte 12. Jahrhundert, Künstler: Palermo, Königliche Hofwerkstätten

 

 

Die Strümpfe

Die aus rotem Samit und in der Form von Pontifikalstrümpfen gefertigten Strümpfe sind in einem Stück gearbeitet. Lediglich die Fußkappen sind extra angenäht. Verziert sind die Strümpfe mit Golddrahtstickerei, wobei fein gezogene Drähte aus purem Gold mit Seidenfäden in Anlegetechnik auf dem Stoff fixiert wurden. Sie bilden ein Muster aus sich überschneidenden Vierpassmotiven, in deren Mitte kleine, vierzackige Blüten oder Sterne sitzen. Das Muster überzieht netzartig den gesamten Strumpf, wobei Ferse und Kappe ausgenommen sind. An Stellen, wo der Golddraht ausgefallen ist, wird die dunkle Vorzeichnung der Stickerei sichtbar. Ein in Tapisserietechnik gefertigter, grüner Seidenbesatz ist an der oberen Kante der Strümpfe angenäht. Er trägt eine in Riemchengold aufgebrachte und mit weißen und roten Seidenfäden konturierte arabische Tulut-Schrift, aus der hervorgeht, dass die Strümpfe für König Wilhelm (= Wilhelm II. von Sizilien, reg. 1166-1189) angefertigt wurden. Das Übergabeinventar von 1246 nennt "zwei scharlachfarbene Hosen", bei denen es sich um die Strümpfe handeln könnte. Die roten Seidenbänder zum Festbinden der Strümpfe stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Derzeit ausgestellt: Kaiserliche Schatzkammer Wien Raum 10

Objektdaten

Objektbezeichnung

Textil; liturgisches Gewand; Krönungsornat

Kultur

Palermo

Datierung

2. Hälfte 12. Jahrhundert

Material/Technik

Textil; Roter Seidenkörper, Golddraht, grüne Seidenborte in Tapisserietechnik mit Tulut-Schrift in Häutchengold, Goldborte

Maße

L. 60 cm, B. 17 bzw. 18 cm

Beschriftung

Tulut-Schrift (Übersetzung): "Im Auftrage des prächtigen, heiligen Königs Gulyalm, der durch Gott Hochgeehrte, durch seine Macht Unterstützte, durch seine Kraft Siegreiche"

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Weltliche Schatzkammer

Inv. Nr.

Schatzkammer, WS XIII 12

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