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Harnisch: Halber Knabenharnisch

um 1575, Besitzer: Erzherzog Ferdinand Karl Sohn des Erzh. Leopold V. von Habsburg

 

 

Halber Knabenharnisch

Schon zehn Tage nach der Geburt ihres Neffen Ehg. Ferdinand Karl sandte Maria Magdalena, Großherzogin von Toskana (1589-1631), ihrem Bruder Ehg. Leopold V. von Tirol (1586-1632) und seiner Gemahlin Claudia de'Medici (1604-1648) diesen prachtvollen Knabenharnisch als Taufgeschenk. Er besteht aus einer Sturmhaube, einem geschobenen Kragen, einem Bruststück mit angeschnallten, steifen Beintaschen, welche nur die halben Oberschenkel schützen, sowie dem Rücken. Asymmetrische Schultern mit dreiteiligen Armzeugen und Fingerhandschuhen bedecken Arme und Hände. Auf den ersten Blick haben wir es mit einem Harnasch zu tun, einem Halbharnisch, wie ihn Offiziere des Fußvolkes trugen. Die kleiner geschnittene rechte Schulter gehört jedoch zu einem Reiterharnisch (Küriss), womit wir annehmen können, dass es sich um den Rest einer Kleinen Garnitur handelt. Auf der dunkel gebläuten Oberfläche des Halbharnisches kommt der feuervergoldete Streifendekor besonders gut zur Geltung. Auf Sturmhaube, Brust und Rücken ist er breiter und vertikal, entlang der Ränder ist er schmal und quer verlaufend angebracht. Die gut erhaltenen textilen Teile in strahlendem Dunkelrot runden mit ihren goldgestickten Rändern die prachtvolle Gesamterscheinung ab. Das Helmfutter ist mit gestepptem Atlas überzogen, während die Vorstöße und Riemen von Seidensamt umhüllt sind. Knabenharnische waren immer sehr kostbare Geschenke, zumal sie ihren Trägern nur kurze Zeit passten. Auch wenn unsere Rüstung ihrer Formgebung nach um 1575 zu datieren ist, sind mit einem solchen Geschenk sicherlich große Zukunftswünsche zu verbinden.

Derzeit ausgestellt: Neue Burg, Hofjagd- und Rüstkammer Saal VIII

Objektdaten

Objektbezeichnung

Harnisch

Kultur

Italienisch

Datierung

um 1575

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. Nr.

Hofjagd- und Rüstkammer, A 1526

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