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CLAVICHORDBAU – Ein Beitrag zur Konstruktionsgeschichte des ältesten Saitenklaviers

Bis zum Tod Joseph Haydns 1809 war das Clavichord das wichtigste Übungs-, Lehr und Komponierinstrument in Europa. Noch als alter Mann kauft er 1795 ein großes 5-oktaviges Clavichord von J. Bohak in Wien.

Die früheste Erwähnung eines „clavichordium“ findet sich 1396 im Testamentbuch der Stadt Wien. Die dazwischen liegende 400jährige Bau- und Konstruktionsgeschichte des Clavichords wurde, unter Berücksichtigung zeitgenössischer Text- und Bildquellen sowie erhaltener Instrumente, anhand von 15 Nachbauten bzw. Rekonstruktionen im Abstand von ein bis zwei Generationen, nachgezeichnet, die vom bzw. unter Anleitung des Autors zwischen 1981 und 2020 gebaut wurden (werden). Soweit möglich wurde für jedes Instrument die Konstruktion unter Verwendung des lokalen Maßsystems, das der Bindung zugrunde gelegte Temperatursystem und ein schlüssiges Besaitungskonzept unter Berücksichtigung der jeweiligen Stimmtonhöhe ermittelt.

Der erste Teil des Buches behandelt die historischen Quellen, im zweiten Teil sollen für jedes Instrument die wichtigsten konstruktiven Charakteristika, das Stimmungssystem sowie ein Besaitungsvorschlag vorgelegt werden. Aus dem Bauprozess und den daraus resultierenden Sachzwängen erwuchsen neue technologische, musikalische und aufführungspraktische Erkenntnisse, wie z.B. dass jede Epoche einen zeittypischen Höhepunkt in der Entwicklung hervorbringt - mit einem innewohnenden Mangel, der zum nächsten Entwicklungsschritt drängt.


Alle konstruktiven Details basieren auf zeitgenössischen Quellen vor 1440. (Foto: Alfons Huber)
Rekonstruktion aus der Zeit von Johann Jakob Froberger (1616-1667). (Mitarbeit: Ina Hoheisel; Foto: ©2016 Jens Lindworsky)
Reiseclavichord für Wolfgang A. Mozart von Johann A. Stein, Augsburg 1762 (Foto: Alfons Huber)
 

Publikationen

  • Überlegungen zur Rekonstruktion des Temperatursystems bei gebundenen Clavichorden. In: Festschrift für Friedemann Hellwig zum 80. Geburtstag. Nürnberg 2019, 196-210.
  • Mozart‘s Reiseclavier. In: De Clavicordio V (ed. Bernard Brauchli), Magnano 2002, S. 25-38.
  • A Clavichord from Peru in the Period of the Imperial Vice-Royalty. In: De Clavicorio IV, Proceedigs of the IV International Clavichord Symposium Magnano September 1999, (Hg. Bernard Brauchli, Susan Brauchli, Alberto Galazzo), Magnano 2000, S.105-118.
  • Konstruktionsprinzipien im Clavichordbau.  In: Musik muß man machen. Festschrift Joseph Mertin zum 90. Geb., hgg. von Michael Nagy, Schriftenreihe Vom Pasqualatihaus Bd. 9, Wien 1994.

Information

Projektleitung
Dr. Alfons Huber

Finanzierung
KHM

Projektdauer
2016-2020

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