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Maria mit Kind, sog. Krumauer Madonna

um 1390/1400

 

 

Maria mit Kind, sog. Krumauer Madonna

Die Madonna stammt aus Krumau in Südböhmen, doch liegen ihre stilistischen Voraussetzungen in der Prager Hofkunst. In Marienfiguren, die einen spezifischen Gefühlsausdruck gemeinsam haben und die man "Schöne Madonnen" nennt, hat sich die Internationale Gotik - sie wird in ihrer südöstlichen Variante als "Weicher Stil" bezeichnet - am zartesten entfaltet; es handelt sich bei ihnen um Spitzenleistungen der höfischen Kunst um 1400. "Schöne Madonnen" sind Werke von unüberbietbarer Feinheit; sie berühren durch ihre Lieblichkeit und verkörpern ein Idealbild. Im Mutterglück (das ursprünglich mit dem "Haschen" nach dem Apfel in der Rechten des Kindes veranschaulicht wird) bietet Maria ihren Sohn als den Heiland dar. Der rhythmisch schwingende Faltenvorhang, hinter dem der Körper verborgen bleibt, wirkt auf der betonten Schauseite mit seinen Verschattungen Raum bildend: Seitliche Faltenkaskaden begrenzen die tiefen Mulden zwischen den Faltenstegen. Die stark vertieft und unterhöhlt gestaltete Gewandfülle zeichnet eine spezifische Weichheit aus. Sie hat nicht bloß mit dem fließenden Linienspiel der Säume zu tun, vielmehr betonen stärker noch die sich wellenden Flächen und die zart modellierten Massen ebendiese Namen gebende Eigentümlichkeit des "Weichen Stils".

Location: Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer Wien Raum XXXVI

Object data

Object Name

Plastik; Statue; Andachtsbild

Culture

Prag (?)

Dated

um 1390/1400

Material

Kalksandstein, Reste von Bemalung und Vergoldung

Dimensions

H. 112 cm, B. 45 cm (auf Höhe des Gehänges)

Basis: 45 x 34 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer

Inv. No.

Kunstkammer, 10156

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