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Tag der Provenienzforschung

Führung und Vortrag

10. April 2019

Zum ersten Mal findet heuer auf Initiative des Arbeitskreises Provenienzforschung e. V. der Internationale Tag der Provenienzforschung statt, zu dem auch das Kunsthistorische Museum ein Programm anbietet.

Seit 1998 wird im Kunsthistorischen Museum basierend auf dem Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen aus den Österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen nach der Herkunft aller Kunst- und Kulturgegenstände geforscht, die seit der NS-Zeit ins Museum gelangt sind. Die von den ProvenienzforscherInnen erstellten Berichte haben das Ziel, jene Objekte, die sich in Folge der NS-Gewaltherrschaft unrechtmäßig im Museum befinden, an die ursprünglichen EigentümerInnen bzw. an deren RechtsnachfolgerInnen zurückzugeben.

Die Provenienzforschung im Kunsthistorischen Museum wird systematisch und proaktiv in allen Sammlungen des Hauses betrieben. In den letzten 20 Jahren wurden insgesamt 34 Berichte über 956 Objekte dem Kunstrückgabebeirat vorgelegt. Mit den neuen digitalen Möglichkeiten sowie jüngeren Initiativen zur Grundlagenforschung ist derzeit kein Ende der systematischen Provenienzforschung in Sicht.


PROGRAMM
Führung

Wege ins Museum. Drei Beispiele aus der Gemäldegalerie
11–12 Uhr und 16–17 Uhr

Provenienzforscherin Monika Löscher, Archivarin Susanne Hehenberger und Kunstvermittler Rolf Wienkötter thematisieren bei einer Führung in der Gemäldegalerie die Geschichte dreier Bilder und ihrer EigentümerInnen in der NS-Zeit und fragen, wann und auf welchem Weg die Bilder schließlich ins Kunsthistorische Museum gelangten.

Treffpunkt: Foyer, Kunsthistorisches Museum
Keine Anmeldung erforderlich, Teilnahme frei mit gültigem Museumsticket

Vortrag

Provenienzforschung im Kunsthistorischen Museum Wien. Archivalische Spurensuche und Online-Projekte zum NS-Kunstraub
14–15.30 Uhr

Provenienzforscherin Monika Löscher blickt in diesem Vortrag auf mehr als 20 Jahre Provenienzforschung im Kunsthistorischen Museum zurück. Sie erläutert die Ausgangslage und zeigt die Ergebnisse der oft langwierigen Spurensuche in verschiedenen Archiven auf. Archivarin Susanne Hehenberger berichtet über zwei rezente Online-Projekte, bei denen das Kunsthistorische Museum mit der Kommission für Provenienzforschung zusammenarbeitet: die Quellenedition der Karteikarten zum sogenannten Zentraldepot für beschlagnahmte Sammlungen (www.zdk-online.org) und das Lexikon der österreichischen Provenienzforschung (www.lexikon-provenienzforschung.org).

Ort: Vortragsraum 2. Stock, Kunsthistorisches Museum Wien
Keine Anmeldung erforderlich, Teilnahme frei mit gültigem Museumsticket

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