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Sattel: Sattel

um 1680, Owner: ehemals zugeschrieben Murad Geray , Khan der Krimtartaren

 

 

Sattel

Unter der nach der Belagerung und dem Entsatz von Wien 1683 gemachten Türkenbeute befindet sich auch ein Sattel, der zunächst wegen seiner besonders reichen Ausstattung Kara Mustafa, dem Großwesir und Oberbefehlshaber der Türken vor Wien, zugeschrieben wurde. Dies war jedoch wohl ein Irrtum, denn auf dem Sattel befindet sich die eingestempelte Tughra (der kalligraphisch gestaltete Namenszug) des Ghirai Khan (Khan 1678-1683). Bei dem Sattel handelt es sich um eine Arbeit der Hofwerkstatt Sultan Mehmeds IV. Der Sitz des Sattels und die Satteldecke sind mit kirschrotem Samt unterlegt und mit goldgesticktem, appliziertem Blumendekor dekoriert. Zum Sattel gehört ein Paar Steigbügel aus vergoldetem Messing. Murat Ghirai war als Khan der Krimtataren ein Nachfolger Dschingis Khans. 1466 trennten sich die Krimtataren von der Goldenen Horde, die den Süden Russlands beherrschte. 1478, unter Sultan Mehmed II., wurden die Khane der Krimtataren Vasallen des Osmanischen Reiches. Ab damals wurden üblicherweise einige Mitglieder der Familie Ghirai in Konstantinopel als Geiseln gehalten, damit sich der Khan loyal verhielt. Fast alle Mitglieder der Familie Ghirai lebten daher einige Zeit in Konstantinopel und waren kulturell und in ihrem Geschmack stark vom türkischen Hof beeinflusst. Es verwundert daher nicht, dass der Tatarenkhan einen in einer Hofwerkstatt hergestellten Sattel benutzte. Die Tataren wurden von den Osmanen als Hilfstruppen in ihren Kämpfen gegen die Polen, die Siebenbürger und die Habsburger benutzt. Am 9. September 1683 traf Murat Ghirai mit einer Abteilung Tataren bei Kara Mustafa ein. Der Khan war jedoch nicht gut auf den Großwesir zu sprechen und behinderte die türkische Führung, wo er konnte. Kara Mustafa setzte ihn daher nach der Niederlage bei Gran ab und ernannte ein anderes Mitglied der Ghirai-Familie zum Khan der Tataren.

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Object data

Object Name

Sattel

Culture

Türkisch

Dated

um 1680

Owner

Material

Holz. Leder. Lederappliken. Textil: Samt, Seidenfäden, Silberlahn, Goldlahn. Beschläge von Vorder- und Hintersteg, Rosetten: Silberblech, getrieben, teils feuervergoldet. Schnallen: Eisen.

Image rights

Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Inv. No.

Hofjagd- und Rüstkammer, C 153

Kunst & Patenschaft

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