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Lange Reiterpistole

Kunstpatenschaft für die Restaurierung: € 1.800,-

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Bewaffnung der leichten Reiterei mit Pistolen allgemein üblich. Die Einführung dieser neuen Waffe bei der Kavallerie wurde erst durch die Entwicklung des Radschlosses möglich.

Das neue Schloss, das die Prinzipien eines Feuerzeuges mit denen einer Uhr vereinigt, machte das umständliche Hantieren mit Feuerwaffen für die Reiterei erst praktikabel. Das Radschloss besteht aus einem stählernen Zahnrad, das mit einer Kette und einer Schlagfeder verbunden ist. Mit der Hilfe eines Schlüssels wurde das Rad um seine Achse gedreht, und die mit der Schlagfeder verbundene Kette aufgewickelt, das Schloss wurde also gleichsam aufgezogen. In einen auf dem Schloss befestigten Hahn wurde ein Stück Pyrit (Schwefelkies) eingeklemmt. Wenn der Hahn auf das Zahnrad gelegt und dieses durch Auslösen der Schlagfeder in rasche Drehung versetzt wurde, entstanden Funken, die das Zündpulver entzündeten.

Diese Pistole wurde für Erzherzog Ferdinands von Tirol, für den geplanten Türkenfeldzug von 1556 zusammen mit einer kurzen Pistole bestellt.


Restaurierungsprojekt

Kurzbeschreibung des Zustandes:
Die Pistole ist stark verschmutzt und zum Teil mit gealterten Überzügen versehen. Am Schloss sind kleine Eisenkorrosionsinseln sichtbar. Die Silberoberflächen sind dunkel angelaufen. Stellenweise finden sich grüne Kupferkorrosionsprodukte.

Erforderliche Maßnahmen:
Abnehmen der gealterten Überzüge. Entfernen der staubigen und zum Teil fest anhaftenden Verschmutzungen. Mechanisches Reduzieren der Korrosionsprodukte. Abnehmen der Silberanlaufschichten. Aufbringen eines Oberflächenschutzes an den Metallteilen.


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Objektinformation

Deutsch,
um 1555

Material: Eisen, Eisen, teilw. vergoldet, Silber

Besitzer: Erzherzog Ferdinand II. Sohn des Ferdinand I. von Habsburg Österreich, Landesherr von Tirol
1529 - 1595

Kunsthistorisches Museum Wien
Neue Burg
Hofjagd- und Rüstkammer

Inv.-Nr. A_439

Kontakt

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Katrin Riedl

KHM Museumsverband
Burgring 5, 1010 Wien

+43-1-52524-4032
kunstpatenschaft@khm.at

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