Zurück

Verspottung des Hiob

um 1525, Künstler: I. P. Meister

 

 

Verspottung des Hiob

Über den Monogrammisten I P, einen Hauptmeister der Kunst der Donauschule, ist wenig bekannt. Seinem Oeuvre nach dürfte er anfänglich für Salzburg und an der Donau, später in Prag tätig gewesen sein. Die Umsetzung der malerischen Werte der Kunst der Donauschule, insbesondere eines romantischen Naturgefühls, ins Hochrelief gehört zur den Hauptleistungen dieses Bildschnitzers. Seine Signatur ist lediglich aus kleinformatigen Arbeiten bekannt, doch läßt sich die Hand des Monogrammisten I P auch an einigen Schnitzaltären in Prag und Südböhmen wiederfinden. Alle diese Werke sind nicht polychromiert. Vermutlich stammt auch diese über den Frankfurter Kunsthandel angekaufte Neuerwerbung aus Böhmen.

Die Bibel rühmt im Buch Hiob die Standhaftigkeit eines Frommen und Gerechten. Gott prüft ihn hart und läßt zu, dass Hiob erst seine Kinder und all seinen Besitz, dann auch die Gesundheit verliert. Frau und Freunde erkennen darin die Strafe für verheimlichte Sünden und verspotten ihn. Hiob aber ergibt sich trotz all dem demütig in Gottes Willen.
Indem der verlassene Hiob schuldlos menschliche Bosheit erleidet, gilt er als ein Vorläufer Christi. Gut möglich, dass die Lunette mit dem selten verbildlichten Thema der Verspottung des Hiob ursprünglich den Auszug eines Schnitzaltares bekrönte, der das Leiden Christi zum Inhalt hatte.

Derzeit ausgestellt: Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer Wien Raum XXX

Objektdaten

Objektbezeichnung

Relief

Kultur

Passau

Datierung

um 1525

Künstler

I. P. Meister (1. Drittel16. Jahrhundert)

Material/Technik

Holz, Lindenholz

Maße

51,5 cm × 113,8 cm × 12,8 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer

Inv. Nr.

Kunstkammer, 10183

Kunst & Patenschaft

Viele unserer Objekte sind auf der Suche nach Paten. Mit einer Kunstpatenschaft tragen Sie dazu bei, die Schätze der Kunstgeschichte für die Zukunft zu bewahren.
Als Kunstpate fördern Sie mit Ihrer Spende direkt und nachhaltig die wissenschaftliche Dokumentation, Erforschung, Restaurierung und Präsentation der Kunstbestände des Kunsthistorischen Museums Wien.

Werden Sie Kunstpate