Deckelpokal aus Rhinozeroshorn mit Warzenschweinhauern

1611, Künstler: Nikolaus Pfaff

 

 

Deckelpokal aus Rhinozeroshorn mit Warzenschweinhauern

Den anschaulichen Charakter des Pokals bestimmt die Grundidee, das Walten dämonischer Kräfte in der Natur zu vergegenständlichen und sie zugleich zu bannen. Die gewaltigen Hauer des Warzenschweines erscheinen als Hörner des dominanten Raubtierhauptes auf dem Deckel, das zwischen den gefletschten Zähnen eine "Natternzunge" (fossiler Haifischzahn) trug. Sie sollte vor Gift schützen. Das kleine getier auf Deckel und Fuß, Naturabgüsse von Spinnen, Käfern etc., symbolisiert negative Kräfte im Mikrokosmos. Schlangen, Echsen und Insekten beleben auch die Wandung des Hornpokals, den Nikolaus Pfaff schnitzte. Die heilsamen Kräfte sah man im horn selbst, in der Natternzunge und in den dargestellten Korallenästen um die Kuppa. Der unbekannte Goldschmied stand in der Nürnberger Tradition.

Derzeit ausgestellt: Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer Wien Raum XXV

Objektdaten

Objektbezeichnung

Deckelpokal

Kultur

Prag

Datierung

1611

Künstler

Nikolaus Pfaff (Nürnberg 1556? - 1612 Prag)

Material/Technik

Horn des afrikanischen Rhinozeros' (Weißes Nashorn oder Breitmaulnashorn, Ceratotherium simum), Hauer eines afrikanischen Warzenschweines; Fassung: Silber, vergoldet, teilweise bemalt

Maße

H. 49,7 cm, B. 27,5 cm, T. 17,7 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Kunstkammer

Inv. Nr.

Kunstkammer, 3709

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