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Diptychon: Kaiserin Ariadne

Spätantik, um 500 n. Chr.

 

 

Kaiserin Ariadne

Diese aus der Sammlung Riccardi in Florenz stammende Darstellung einer Kaiserin vermittelt ein eindrucksvolles Bild des byzantinischen Hofzeremoniells, unterscheidet sich in ihrer Ausprägung jedoch stark von Denkmälern der vorausgehenden römischen Kaiserzeit. Persönliche Merkmale wurden beinahe vollständig von Herrscherattributen verdrängt, wodurch die Benennung der Kaiserin erschwert wird. Vermutlich ist Ariadne dargestellt, die 515 n. Chr. verstorbene Gemahlin der byzantinischen Kaiser Zeno (reg. 474 - 491 n. Chr.) und Anastasius (reg. 491 - 518 n. Chr.). Die Herrscherin thront in einem reich geschmückten Ornat unter einem von Adlern flankierten Muschelbaldachin. In ihrer Linken hält sie die Weltkugel (sphaira) mit dem Kreuz, die Rechte ist in einer segnenden Geste erhoben. In der Spätantike entwickelte sich aus der gebräuchlichen zweiteiligen Schreibtafel, dem sogenannten Diptychon, eine mehrteilige Schmuckform aus edlem Material. Elfenbein von den Stoßzähnen afrikanischer und indischer Elefanten galt bereits in der Antike als kostbares und seltenes Material und wurde vorrangig für den herrscherlichen oder den sakralen Bereich verwendet.

Derzeit ausgestellt: Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung Raum XVIII

Objektdaten

Objektbezeichnung

Diptychon

Periode

Spätantik

Datierung

um 500 n. Chr.

Fundort

Material/Technik

Elfenbein

Maße

H. 26,5 cm, B. 12,7 cm, D. 1,9 cm

Bildrecht

Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung

Inv. Nr.

Antikensammlung, X 39

Provenienz

Slg. Riccardi, Florenz, 1753 nachweisbar; später in Paris CdM (1804 gestohlen); 1816 vorhanden (Neumann Manusc. 12 p. 14)

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