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Der Erotenfries des Theaters von Ephesos

Unter den Skulpturen, die in den ersten Jahren der österreichischen Ausgrabungen in Ephesos (seit 1895) gefunden worden sind, waren zahlreiche Fragmente eines Marmorfrieses. Die Reliefs stammen von der scaenae frons, der Bühnenrückwand des ephesischen Theaters. Hunderte von Fragmenten wurden damals systematisch gesammelt. Bereits in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts konnten viele von ihnen wieder zu größeren Teilen zusammengesetzt werden.

Die Marmorplatten sind etwa 90 cm hoch und 30 bis 120 cm breit und zeigen Eroten auf der Jagd nach wilden Tieren, ein in der Antike häufig dargestelltes Thema. Vier der Platten sind heute im Ephesos Museum zu sehen.

Die ausstehende wissenschaftliche Erforschung des Frieses wird nun in Zusammenarbeit zwischen dem Österreichischen Archäologischen Institut und der Antikensammlung geleistet. Der Fries wird unter Berücksichtigung der Fragmente, die bereits im 19. Jahrhundert an das British Museum in London gekommen sind, nun ausführlich bearbeitet und dokumentiert, er soll in einer Publikation vorgelegt werden.

Thematisch ist der Fries in zwei große Gruppen zu teilen: Zum einen werden Satyrn gezeigt, die auf einem Pantherfell ruhen, sie sind abwechselnd nach links oder nach rechts orientiert. Wahrscheinlich gab es einst in beiden Ausrichtungen jeweils vier Platten.

Auf der zweiten Serie sind Eros-Knaben mit der Jagd auf wilde Tiere beschäftigt. Die Tiere in den Jagdszenen sind vielfältig: Löwen, Wildschweine, Rehe und Kaninchen werden von den Eroten, teils mit Jagdhunden, verfolgt. Die Landschaft ist mit Felsen und knorrigen Bäumen wiedergegeben. Auf einer fragmentarisch erhaltenen Platte wird ein Tempel erkennbar, davor ein Altar mit brennendem Feuer. Eroten beim Feiern mit einem Trinkgefäß (Kantharos) in der Hand und Knaben, die offenbar domestizierte Tiere führen, vervollständigen das Repertoire.

Die Satyrn sind wesentlich größer dargestellt als die Eroten und im Gegensatz zu den sehr lebendigen Jagdszenen in statischen Kompositionen gezeigt; es ist noch nicht klar, wie man die beiden Serien in demselben Stockwerk des Bühnengebäudes anordnen kann. Die genaue Position des Frieses an der Fassade wird zu diskutieren sein, da etwa die herausragende Qualität und der Reichtum der Darstellungen eine Anbringung nahe dem Betrachter sinnvoll erscheinen ließen; eine solche wäre im ersten Obergeschoß des Bühnengebäudes kaum gegeben. Die technischen Verbindungen zur Anbringung der Reliefs an der Bühne sollen Aufschluss über die Chronologie geben und bei der Beantwortung der Frage helfen, ob die Architektur der scaenae frons und die Friese zeitgleich sein müssen, also jeweils aus dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. stammen, oder ob die Friese auch später als die Architektur hergestellt worden sein könnten.


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Information

Projektleitung:
Dr. Maria Aurenhammer (Österreichisches Archäologisches Institut),
Dr. Georg Plattner