Kunstgeschichten

Die hier nach und nach versammelten Kurztexte stellen jeweils ein Kunstwerk vor. Mit ihnen klingen an: Herzenswärme, Mut und Frieden, Grausamkeit, Schwäche und Krieg. Sollten Sie angesichts des von Menschenhand und –hirn geschaffenen Reichtums Feuer fangen und Freundschaften schließen, so ist ihr Besuch im Kunsthistorischen Museum herzlich willkommen. Unsere Originale sind in den Sammlungsräumen bestens aufgestellt.

Themen derzeit: #Momente, Objekte, Geschichten aus der 125-Jährigen Geschichte des Kunsthistorischen Museums, Marienbilder aus der Ich-Perspektive: #Ich bin Maria und, anlässlich des österreichischen EU-Ratsvorsitzes: #Menschenbilder Europas.

2018: Vermittler

Wechselnde Namen …

1945   Agenden des Führungswesens und der Kunsterziehung
1955   Abteilung für Führungswesen
1959   Führungsabteilung
1986   Museum und Publikum
2009   Kunstvermittlung

…  und wechselnde Schwerpunkte

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg – die Sammlungen des KHM waren nur teilweise wieder und sehr provisorisch in der Neuen Burg zu sehen – bot man bereits wieder „Führungen und Kunstbetrachtungen“ an, besonderes Augenmerk legte man auf die Bindung wiedereröffneter Schulen an das Museum. Das nun neu zu implementierende Selbstverständnis der 2. Republik war u.a. auch stark vom Begriff der Kulturnation geprägt – bedeutende Teile der Sammlungen schickte man auf Reisen durch Europa und die USA – in Wien selbst stieg man rasant wieder in die Kunstvermittlung ein. Schon 1949 wurden sonntags zwei Führungen für Erwachsene und eine Kinderführung angeboten, für die „arbeitende Bevölkerung“ wurde für die abendlichen Kunstbetrachtungen jeweils „ein einzelnes Werk“ im „Vorraum der jeweiligen Sammlung“ aufgestellt.

Frei zugängliche Veranstaltungen gab es dienstags bis sonntags, Mitte der 1950er Jahre kamen Filmvorführungen dazu. Zu diesem Zeitpunkt war die Gemäldegalerie wieder zur Gänze eröffnet worden. Ende der 1950er Jahre wickelte man 700-800 Führungen im Jahr ab.

Schwerere Zeiten verzeichnete man Mitte der 1960er Jahre bis gegen Ende der 1970er Jahre: das Vermittlungsangebot wurde spürbar zurückgefahren und entsprechende Posten eingespart. Erst mit dem allgemeinen Aufschwung der Kunstpädagogik und ihrer leidenschaftlich gegen den ausschließlich wissenschaftlich geprägten Zugang zur Kunst gerichteten Positionierung ging es aus Sicht der Vermittler wieder aufwärts. Lehrer wurden mit eigenen Programmen zum selbständigen Besuch der Sammlungen animiert und ausgebildet, in allen Sälen der Gemäldegalerie lagen nun  Informationsblätter aus.

Mitte der 1980er Jahre war das Programm bereits weit ausdifferenziert: es gab Mittagsführungen, Spezialführungen, Abendführungen, Kunstkontext-Vorträge, regelmäßige Kinderführungen, fachkundige Begleitung in den Sonderausstellungen, Private Führungen und ein Lehrerseminar.

All das – und so einiges mehr ist auch heute noch aktuell: Und übrigens: ein Teil der Angebote ist kostenlos – es ist nur der Eintritt zu bezahlen. Ein Argument mehr für den Erwerb einer Jahreskarte ...

www.khm.at/fuehrungen

geschrieben von Cäcilia Bischoff am 10.4.2018 in #Momente, Objekte, Geschichten
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