Kunstgeschichten

Die hier nach und nach versammelten Kurztexte stellen jeweils ein Kunstwerk vor. Mit ihnen klingen an: Herzenswärme, Mut und Frieden, Grausamkeit, Schwäche und Krieg. Sollten Sie angesichts des von Menschenhand und –hirn geschaffenen Reichtums Feuer fangen und Freundschaften schließen, so ist ihr Besuch im Kunsthistorischen Museum herzlich willkommen. Unsere Originale sind in den Sammlungsräumen bestens aufgestellt.

Themen derzeit: #Momente, Objekte, Geschichten aus der 125-Jährigen Geschichte des Kunsthistorischen Museums, Marienbilder aus der Ich-Perspektive: #Ich bin Maria und, anlässlich des österreichischen EU-Ratsvorsitzes: #Menschenbilder Europas.

2013: Öffentlich

Saal XXXIV der Kunstkammer, rechts die „Krumauer Madonna“, Aufnahme um 2000, © KHM Museumsverband

Als die angestammten Räume der Kunstkammer im Hochparterre des Museums 2002 für das Publikum geschlossen wurden, war zunächst geplant, lediglich die Fenster zu sanieren. Die für die Außenhülle des Museums zuständige Burghauptmannschaft Österreich hatte die Arbeiten rechtzeitig angekündigt. Dies geschah – doch man nutzte die besucherfreie Gelegenheit auch, um Restaurierungen und kleinere Umstellungen vorzunehmen. Mittlerweile waren jedoch größere Bedenken hinzugekommen:

Saal XXXVI der Kunstkammer, die „Krumauer Madonna“ als Saalregent, Aufnahme 2013, © KHM- Museumsverband

Die historischen Vitrinen – auch diejenigen der 1960er Jahre - waren unter Gesichtspunkten konstruiert worden, die modernen Klima- und Sicherheitsanforderungen nicht mehr entsprachen.

 So wurde aus der kurzfristigen Schließung schließlich das Projekt „Neuaufstellung“.

Planung, Finanzierung und Umsetzung sollten 11 Jahre in Anspruch nehmen.

 

Die Kunstkammer wurde am 1.3. 2013 wiedereröffnet.

 

„Die Saliera ist natürlich das berühmteste Stück der Sammlung, sie ist aber auch repräsentativ, denn in den Wiener Vitrinen tummeln sich zahlreiche Werke, die gleichen oder ähnlichen Rang besitzen. Nur muss man, um das zu verstehen, das Meiste davon über Bord werfen, was man sich heute unter Kunst vorstellt: Wer jetzt Kunst sagt, meint häufig Gemälde […] Die Alten der Kunst- und Wunderkammer würden sich […] im Grabe herumdrehen – sowohl die Fürsten als auch die Künstler.

Offzieller Festakt am 28.2.2013. v.l.n.r.: Paul Frey (Kaufmännischer Geschäftsführer KHM), Claudia Schmied (Ministerin für Unterricht, Kunst und Kultur 2007-2013), Bundespräsident Heinz Fischer, Sabine Haag (Generaldirektorin KHM), Barbara Prammer (Präsidentin des Nationalrats 2006-2014), © KHM Museumsverband

Kunst, das hieß damals, aus den kostbarsten Materialien die größten Überraschungen zu zaubern: aus Gold, Silber, Juwelen, Alabaster, Marmor und Elfenbein, aus Rhinozeroshorn, Haifischzähnen, Straußeneiern, Muscheln, Schildpatt oder Seychellennüssen. Die Welt im Großen, über die Könige und Fürsten herrschten, sollten Künstler im Kleinen versammeln, die Pracht, die Vielfalt, die Überfülle aber auch die Ordnung und Logik.“

 

Julia Voss, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.3.2013

geschrieben von Cäcilia Bischoff am 18.9.2018 in #Momente, Objekte, Geschichten
to top