Kunstgeschichten

Die hier nach und nach versammelten Kurztexte stellen jeweils ein Kunstwerk vor. Mit ihnen klingen an: Herzenswärme, Mut und Frieden, Grausamkeit, Schwäche und Krieg. Sollten Sie angesichts des von Menschenhand und –hirn geschaffenen Reichtums Feuer fangen und Freundschaften schließen, so ist ihr Besuch im Kunsthistorischen Museum herzlich willkommen. Unsere Originale sind in den Sammlungsräumen bestens aufgestellt.

Themen derzeit: #Momente, Objekte, Geschichten aus der 125-Jährigen Geschichte des Kunsthistorischen Museums, Marienbilder aus der Ich-Perspektive: #Ich bin Maria und, anlässlich des österreichischen EU-Ratsvorsitzes: #Menschenbilder Europas.

2007: Befreiung. Ein Versuch

Das Siegerprojekt: Oskar Leo Kaufmann / Albert Rüf ZT GmbH
Die Anlieferung von Objekten geschieht wettergeschützt unter einem großzügigen Überhang

Immer wieder wurde und wird diskutiert: wie kann man den gestiegenen Raumbedarf des Kunsthistorischen Museums stillen?

Liegt die unterirdische Lösung im Maria Theresien-Platz zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum? Kann man geeignete Gebäude in der Stadt anmieten? Oder nutzt man einen der beiden Innenhöfe des 1891 eröffneten Museums als Baugrund für eine maßgeschneiderte Sonderausstellungshalle?

Diese Lösung schien 2007 in greifbarer Nähe: ein offener, EU-weit ausgeschriebener Architekturwettbewerb brachte 76 Vorschläge, sechs von ihnen wurden weiter ausgearbeitet, derjenige des Vorarlberger Büros Oskar Leo Kaufmann schließlich zum Sieger gekürt.

Aus der Vogelperspektive gut zu erkennen: das neue Restaurant mit Dachterrasse.

Der neue Wechselausstellungsbereich wäre als frei stehender Körper mittig im Hof platziert worden, mit einem Respektabstand von 6 Metern zu den ihn umgebenden historischen Wänden und Fenstern.
So wären Belichtung und Beleuchtung des Stiegenhauses und der Kunstkammerräume des Museums ausreichend erhalten geblieben.

Auf verschiedenen Ebenen wären insgesamt sieben Räume für Sonderausstellungen entstanden: man hätte sie mit Tageslicht bespielen, mit Hilfe großzügiger Abdunklungsmöglichkeiten aber auch als Blackbox nutzen können. Aus finanziellen Gründen wurde das Projekt jedoch nicht realisiert.

Ein „dynamischer Handlungsraum“ wäre entstanden, der „mutig die historische Architektur eines Gottfried Semper mit moderner Sachlichkeit vereint und auf diese Weise einen neuen architektonischen und inhaltlichen Anziehungspunkt" in Wien geboten hätte, so der damalige Generaldirektor Wilfried Seipel.

geschrieben von Cäcilia Bischoff am 1.6.2017 in #Momente, Objekte, Geschichten
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