Kunstgeschichten

Die hier nach und nach versammelten Kurztexte stellen jeweils ein Kunstwerk vor. Mit ihnen klingen an: Herzenswärme, Mut und Frieden, Grausamkeit, Schwäche und Krieg. Sollten Sie angesichts des von Menschenhand und –hirn geschaffenen Reichtums Feuer fangen und Freundschaften schließen, so ist ihr Besuch im Kunsthistorischen Museum herzlich willkommen. Unsere Originale sind in den Sammlungsräumen bestens aufgestellt.

Themen derzeit: #Momente, Objekte, Geschichten aus der 125-Jährigen Geschichte des Kunsthistorischen Museums, Marienbilder aus der Ich-Perspektive: #Ich bin Maria und, anlässlich des österreichischen EU-Ratsvorsitzes: #Menschenbilder Europas.

1891: Parallelen

Pieter Bruegel d.Ä., Turmbau zu Babel, 1563, Gemäldegalerie KHM

Den Erbauern des Kunsthistorischen Museums mag ihre Aufgabe manchmal ebenso unübersichtlich und nicht enden wollend vorgekommen sein, wie diejenige, den legendären Turmbau zu Babel voranzutreiben.

Die Anwesenheit hunderter Tagelöhner, Handwerker und Künstler aus allen Ländern der Monarchie und das Bewegen und Bearbeiten der Baumaterialien ergaben ein Grundrauschen, das regelmäßig unterbrochen wurde: Wertvolle Steinlieferungen verzögerten sich und schon beim Ausheben der Bagrube 1871 war man auf Minengänge aus der Zeit der zweiten türkischen Belagerung 1683 gestoßen.

Blick von der Mariahilfer Strasse auf das Naturhistorische Museum und das Kunsthistorische Museum mit den noch unfertigen Kuppeln, 1881 © Wien Museum

Der Malerstar Hans Makart starb, noch bevor er das Deckengemälde für das KHM vollenden konnte und einer der beiden Architekten, Gottfried Semper, hatte die Baustelle 1876 im Streit für immer verlassen.

Am 17. Oktober 1891 wurde das Museum eröffnet, Kaiser Franz-Josef betrat das vollendete Baukunstwerk – an diesem Punkt endet die Analogie zum berühmten Bild von Bruegel.

Zu unserer und ihrer Freude.

geschrieben von Cäcilia Bischoff am 18.9.2018 in #Momente, Objekte, Geschichten
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