Kunstgeschichten

Die hier nach und nach versammelten Kurztexte stellen jeweils ein Kunstwerk vor. Mit ihnen klingen an: Herzenswärme, Mut und Frieden, Grausamkeit, Schwäche und Krieg. Sollten Sie angesichts des von Menschenhand und –hirn geschaffenen Reichtums Feuer fangen und Freundschaften schließen, so ist ihr Besuch im Kunsthistorischen Museum herzlich willkommen. Unsere Originale sind in den Sammlungsräumen bestens aufgestellt.

Themen derzeit: #Momente, Objekte, Geschichten aus der 125-Jährigen Geschichte des Kunsthistorischen Museums, Marienbilder aus der Ich-Perspektive: #Ich bin Maria und, anlässlich des österreichischen EU-Ratsvorsitzes: #Menschenbilder Europas.

1891: Das vollendete Museum

Robert Raschka, Die Eröffnung des Kunsthistorischen Museums durch Kaiser Franz Joseph I. am 17.10.1891 © KHM-Museumsverband

Die „Neue Freie Presse“ schrieb am 18. Oktober 1891:


"Die Feier, die heute in dem durch den Kaiser eröffneten Kunsthistorischen Museum stattfand und an der sich alles beteiligte, was Wien an hervorragenden Persönlichkeiten der offiziellen Kreise, der Kunst und der Wissenschaft besitzt, war weit mehr als ein zeremonieller Act – es war ein freudiges Fest, das die neue, jugendkräftige Kunst Wiens in dem von ihr für die Werke der alten Kunst errichteten und ausgeschmückten Palaste feierte."

 

6000 geladene Gäste strömten in den ersten Tagen in das Gebäude, dessen Entstehung man 20 Jahre lang mitverfolgt hatte. Doch bereits ab dem 21.10.1891 war das Museum für den „allgemeinen Besuch“ und „unentgeltlich“ geöffnet. Tausende Menschen nahmen die Gelegenheit täglich wahr.

An den ersten Sonntagen zählte man über 13.000 Besucher, und lange Jahre ließ das Interesse kaum nach.

Schon seit zwei Jahren allerdings hatte man die „Waffensammlung“ im Hochparterre besichtigen können. Deren Pforten waren parallel zu denjenigen des Naturhistorischen Museums auf der gegenüberliegenden Seite des Maria Theresien-Platzes geöffnet worden. Seit den 1930er Jahren sind die Objekte unter dem Namen „Hofjagd- und Rüstkammer“ in der Neuen Burg am Heldenplatz untergebracht – in die Räume der Waffensammlung zog damals bereits die Kunstkammer ein.

Anwesend waren unter anderem:


Kaiser Franz Josef I.; Erzherzöge Karl Ludwig, Ferdinand, Albrecht, Wilhelm und Rainer; Obersthofmeister Hohenlohe; Oberstkämmerer Graf Trauttmansdorff; Ministerpräsident Graf Taaffe; Sektionschefs Freiherr von Matzinger und Freiherr von Breisky; Kanzleidirektor Rittern von Hantken; Architekt Baron Hasenauer; Hofgebäude-Oberinspektor Zander; Oberststallmeister Prinz von Thurn und Taxis; alle Minister; Cardinal Fürst-Erzbischof Gruscha; der spanische Botschafter Don Merry del Val; Oberstküchenmeister Graf Wolkenstein; Präsident des Verwaltungsgerichtshofes Graf Belcredi; Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Ritter von Arneth; Polizeipräsident Freiherr von Knauß; Bürgermeister Prix; Gemeinde- und Stadträte; Direktor des Burgtheaters Burckhard; Präsident der Handelskammer Isbary; Obmann der Wiener Künstler-Genossenschaft Roth; Präsident des Journalisten- und Schriftstellervereines Warhanek

geschrieben von Cäcilia Bischoff am 18.9.2018 in #Momente, Objekte, Geschichten
to top