Theseustempel Kunsthistorisches Museum Wien Kunsthistorisches Museum Wien Neue Burg Kaiserliche Schatzkammer Wien
  • Kunsthistorisches Museum Wien
  • Kunsthistorisches Museum Wien Neue Burg
  • Kaiserliche Schatzkammer Wien
  • Theseustempel Wien

Entdecken Sie auch

Die Kaiserliche Wagenburg Wien
Das Schloss Ambras Innsbruck
Weltmuseum Wien
Das Österreichische Theatermuseum

Le posizioni

Erfahrungen zur Verbesserung der Aufbewahrung historischer Objekte in nicht klimatisierten Museumsdepots durch Verpackung in Kunststofffolien unter kontrollierten Bedingungen

Martina Grießer, Monica Kurzel-Runtscheiner und Marianne Novotny-Kargl
Die Wagenburg in Schönbrunn. Einblick in die große Schauhalle.
Teile eines Pferdegeschirrs in einer Verpackung aus Aluminiumoxid- beschichteter Folie unter sauerstofffreier Atmosphäre
Zusammenfassung Im Rahmen eines vom FFF geförderten Forschungsprojektes sollten für eine Serie von Kammdeckelunterlagen und Pferdegeschirren, an denen Korrosion bzw. beginnender Materialabbau festgestellt worden war, die Aufbewahrungsbedingungen in einem nicht klimatisierten Museumsdepot der Wagenburg des KHM durch Verpacken in Kunststofffolien verbessert werden. In Zusammenarbeit mit dem ofi (Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik) wurden zur Entwicklung einer optimierten Verpackungslösung insgesamt vier Folientypen lokaler Hersteller ausgewählt. Diese Folien wurden vor Ort mit einer mobilen Schweißzange zu möglichst passgenauen Säcken verschweißt. So fand für die Aufbewahrung unter Luft sowohl eine Polyethylen- als auch eine Polyethylen/Polyamid-Verbundfolie Verwendung; für die Verpackung unter Stickstoff, d. h. unter sauerstofffreien Bedingungen, gegen das Fortschreiten der Korrosion wurden jeweils eine EVOH- und eine Aluminiumoxid-beschichtete Folie benützt. Die Auswertung der mit einer Reihe von Regelhilfsmitteln, Indikatoren und Anzeigegeräten ausgestatteten Verpackungsversuche ergab nach einem Beobachtungszeitraum von 1,5 Jahren folgende Ergebnisse:
  • Alle ausgewählten Folien waren gut zu verarbeiten und gestatteten generell eine gute Durchsicht auf die Objekte und die Kontrollinstrumente.
  • Die für die sauerstofffreie Verpackung verwendeten Folien zeigten eine ausreichende Dichtheit gegen den Durchtritt von Sauerstoff von außen.
  • Die relative Luftfeuchte konnte in allen Verpackungen gegenüber den stark schwankenden Depotbedingungen deutlich stabilisiert werden. Voraussetzung zur Einstellung eines gewünschten, vorgegebenen Feuchtewertes in den Säcken ist jedoch das Verpacken bei geeigneten Umgebungsbedingungen (gewünschte relative Luftfeuchte, mittlere Temperatur). Die Zugabe von vorkonditioniertem Silikagel erwies sich in unserem Fall als dazu weniger gut geeignet.
  • Die verpackten Objekte konnten alle in gutem Zustand erhalten werden, wobei die unter Luft aufbewahrten die besten Erhaltungszustände zeigten. Somit konnten die theoretischen Vorteile der Aufbewahrung unter Stickstoff nicht nachvollzogen werden. Vermutlich durch schwefelhaltige Verunreinigungen aus den verwendeten Sauerstoffabsorbern zeigten als Korrosionsindikator beigefügte Kupferplättchen deutliche Verfärbungen.