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Corpus Vasorum Antiquorum KHM Band 5 (Attisch rotfigurige Vasen Band 4)

Kunsthistorisches Museum - Antikensammlung
Attisch rotfigurige Oinochoe mit der Darstellung eines Komos
Visualisierung der Oinochoe
Projektleitung:
Dr. Claudia Lang-Auinger, Dr. Alfred Bernhard-Walcher Projektmitarbeit: Dr. Elisabeth Trinkl
Kooperationspartner: Institut für Mustererkennung und Bildverarbeitung,
Technische Universität Wien (PRIP): DI Hubert Mara; DI Paul Kamerer, Mag. Ernestine Zolda (http://www.prip.tuwien.ac.at)
Finanzierung: FWF (Projekt-Nr. P18213), KHM, IKAnt (ÖAW) Nach zweijähriger Laufzeit wurde im Jahre 2007 das vom FWF Finanzierte Projekt zur Erstellung des Manuskriptes für einen Band des Corpus Vasorum Antiquorum (CVA) abgeschlossen. Mit dem Erscheinen dieses Bandes werden nun alle attisch rotfigurigen Gefäße sowie die gleichzeitig entstandenen weißgrundigen Lekythen der Antikensammlung publiziert vorliegen. Alle in diesem Band vorgestellten Vasen (128 Objekte) wurden im 5. bzw. am Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. in Athen hergestellt und überwiegend in Italien ausgegraben. Die Mehrzahl dieser Gefäße wurde bereits während der k. k. Monarchie in die Sammlungen des KHM übernommen. Die attisch rotfigurigen Vasen zeigen rote (tongrundige) figürliche Szenen auf einer schwarzen, oft stark glänzenden Gefäßoberfläche. Bei den mehrheitlich erstmalig publizierten Gefäßen handelt es sich vorwiegend um Behälter für Öl (z. B. Askoi und Lekythen) und Krüge für Wein (z. B. Oinochoen). Die auf ihnen dargestellten Bilder stehen oft mit der Verwendung der Gefäße in Zusammenhang, wie beispielsweise eine Oinochoe mit der Darstellung von heimkehrenden Symposiasten deutlich macht. Dies trifft auch auf die dritte Gruppe zu, die in diesem Band (CVA KHM 5) behandelt wird, die weißgrundigen Lekythen. Sie dienten ebenfalls als Ölbehälter und wurden bei Begräbnisfeierlichkeiten verwendet oder dem Toten mit ins Grab gegeben. Die auf den Vasen dargestellten, oft vielfarbigen Bilder zeigen meist Szenen am Grab auf einer weißen Gefäßoberfläche, von der sich der moderne Name „weißgrundig“ ableitet. Von besonderem Nutzen für die Dokumentation der Vasen war der Einsatz neuer technischer Messverfahren. Im Rahmen interdisziplinärer Zusammenarbeit kam für die Aufnahme der Gefäßformen ein 3D-Scanner zum Einsatz. Zur Bestimmung der Farbpigmente wurden an markanten Stellen Multispektralmessungen durchgeführt. Beide Verfahren sind zerstörungsfreie und strahlungsfreie Methoden; sie haben keine Wirkungen auf die Substanz des Objektes und kommen ohne das Entnehmen von Proben für eine Analyse aus. Die – auf dem Prinzip des strukturierten Lichtes (Laser) basierende – Dokumentation mittels 3D-Scanners erbrachte für jedes Gefäß ein digitales 3D-Modell, auf das die photographische Dokumentation der figürlichen Darstellungen und Ornamente aufgesetzt werden kann. Die daraus resultierenden Möglichkeiten für die wissenschaftliche Erforschung sind zahlreich und gehen weit über die Erfordernisse des aktuellen CVA-Bandes hinaus. Die 3D-Modelle geben den tatsächlichen Zustand jedes Gefäßes wieder und ermöglichen damit eine reale und objektive Darstellung von Gefäßschnitten. Im Gegensatz zur Photographie können auch unverzerrte Abbildungen der Draufsichten erstellt werden. Dies ist vor allem bei den sog. Kleeblattmündungen der Oinochoen von großer Bedeutung. Basierend auf dem 3D-Modell kann außerdem kontaktlos ein Annäherungswert für das Fassungsvermögen berechnet werden, bei intakten Gefäßen mit engem Hals ermöglicht nur eine Computertomographie eine exakte Berechnung. Die mittels Multispektralanalyse vorgenommene Untersuchung der Farbpigmente, vor allem derjenigen auf den weißgrundigen Lekythen, unterstützte die wissenschaftliche Dokumentation dieser Gefäße, da neuzeitliche farbliche Ergänzungen optisch oft kaum von der antiken Substanz zu unterscheiden sind und die Zeitstellung eines Pigmentes erst in der Zusammensetzung ersichtlich wird. Die Zwischenergebnisse der interdisziplinären Zusammenarbeit Wurden in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Treffen vorgestellt. Auch für die Dokumentation der Gefäße der kommenden CVA-Bände ist der Einsatz der beiden Messverfahren vorgesehen. Die Publikation des Bandes CVA KHM 5 im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist für das Jahr 2008 vorgesehen. Sie wird durch die mehrheitliche Erstvorlage der Objekte den Ausgangspunkt für weitere nationale und internationale Forschungen bilden.