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Le posizioni

DIE ENTDECKUNG DER NATUR

Naturalien in den Kunstkammern des 16. und 17. Jahrhunderts

Die bis heute gültigen mathematisch - naturwissenschaftlichen Methoden wurzeln in der Renaissance, die ihrerseits auf die Antike zurückgriff. Künste und Wissenschaften waren damals jedoch nicht streng getrennt, sondern ergänzten und befruchteten einander. Diesem Geist entsprechend enthielten die Sammlungen der Zeit gleichermaßen naturalia und artificialia. Die beiden Pole der Kunst- und Wunderkammern waren somit einerseits die Kunst und andererseits die Natur. Letzterer ist diese Ausstellung gewidmet.

Bedeutende Natursammlungen legten im 16. Jahrhundert auch Naturkundige jener Zeit, wie Ärzte und Apotheker, an. Bereits vorher aber war der Anteil an bearbeiteten und unbearbeiteten Naturalien in den fürstlichen Kunstkammern beträchtlich. In den europäischen Residenzstädten waren Naturalien- und Kuriositätenkabinette entstanden, die mit Münzen, Antiken und zeitgenössischer Kunst zu Schatzkammern der Kunst und der Natur vereinigt wurden. Fürstliche Statussymbole waren vor allem Grosstiere und bunte Vögel aus exotischen Gebieten. Spanier und Portugiesen hatten mit ihrer Suche nach einem Seeweg nach Indien das Zeitalter der großen geographischen Horizonterweiterung eingeleitet, der eine enorme Zunahme an zoologischen und botanischen Kenntnissen folgte. Die Fürsten wetteiferten um den Besitz exklusiver Tiere, wie Krokodil und Rhinozeros, welche sie lebend in Menagerien oder präpariert in Wunderkammern zur Schau stellten. Aus entferntesten Gegenden wurden merkwürdige Naturgegenstände zusammengetragen und sowohl künstlerischer Behandlung als auch dauerhafter Aufbewahrung für wert befunden. Dazu kam bei manchen Stücken noch eine magische oder heilbringende Komponente.

Im 16. Jahrhunderts gab es auch bereits namhafte Museumstheoretiker im fürstlichen Dienst. Ihnen folgt diese Ausstellung, wenn sie die Naturgegenstände differenziert in Objekte auf der Erde, unter der Erde, im Wasser und in der Luft präsentiert. Zusätzlich wird auch die Erforschung des Kosmos thematisiert. Außergewöhnliche Menschen und Tiere, Pflanzen und Mineralien sowie wundersame Naturphänomene werden als rohe und bearbeitete Naturalien oder anhand von Gemälden und Büchern gezeigt. Die Objekte stammen im Wesentlichen aus dem 16. und 17. Jahrhundert und geben Einblick in den damaligen Forschungsstand.

Im Laufe der Zeit verschwanden viele dieser Kunst- und Wunderkammern, andere bildeten später die Basis für große Spezial-Museen. Schloss Ambras verfügt nicht nur über die einzige erhaltene Kunst- und Wunderkammer aus der Spätrenaissance, sondern setzt im Sommer 2006 mit dieser Ausstellung zusätzlich einen Schwerpunkt auf einen Aspekt der damaligen Wunderkammern, der heute zumeist Eingang in naturkundliche Museen und Sammlungen gefunden hat.

Prunkvoll bearbeitete Objekte aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien und aus Schloss Ambras, ergänzt durch attraktive Leihgaben aus dem Naturhistorischen Museum Wien und aus den naturkundlichen Sammlungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, aus der Nationalbibliothek Wien und der Universitätsbibliothek Innsbruck sowie aus zahlreichen in- und ausländischen Sammlungen und Museen demonstrieren noch einmal die einstige Verbundenheit von Kunst und Natur.

Informazioni

Castello di Ambras
Schlossstraße 20, 6020 Innsbruck

Orari di aperturaTutti i giorni 10 – 17
Ingresso fino a mezzora prima dell’orario di chiusura!

Am 20. Mai 2013 (Pfingstmontag) hat Schloss Ambras Innsbruck für Sie geöffnet!
Apertura/chiusura straordinaria