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Ephesos liegt an der türkischen Ägäisküste und war eine der größten Städte der antiken Welt. Bereits in der frühen Neuzeit waren Forschungsreisende im östlichen Mittelmeerraum auf der Suche nach den großen Orten der Vergangenheit unterwegs. Ihre Beschreibungen, Reisenotizen und insbesondere Zeichnungen und Stiche waren die Grundlage für ein erwachendes Interesse an der Antike im Europa der damaligen Epoche.

Im 19. Jahrhundert setzten schließlich intensive Forschungen ein, die nunmehr von wissenschaftlichen Fragestellungen getragen wurden. Ein Motiv spielte dabei keine unerhebliche Rolle: Grabungen vor Ort erlaubten es, die musealen Bestände der verschiedenen Königs- und Kaiserhäuser Europas zu erweitern und zu bereichern. Angeregt durch das Wissen um Größe, Bedeutung und Reichtum des Artemisions, gelang dem Briten John Turtle Wood in Zusammenarbeit mit dem British Museum 1869 die Wiederentdeckung des Heiligtums. Entgegen den Erwartungen fielen die Funde allerdings bescheiden aus und die Grabungen wurden daher bald wieder eingestellt.

Erst relativ spät, am Ende des 19. Jahrhunderts, entschloss sich schließlich auch die Monarchie Österreich-Ungarn ein großes Forschungsunternehmen im östlichen Mittelmeerraum zu starten. Ausgehend vom Institut für Klassische Archäologie und durchgeführt vom neu gegründeten Österreichischen Archäologischen Institut forschen nun seit 1895 österreichische Wissenschaftler in den Ruinen von Ephesos. Unterbrochen durch die beiden Weltkriege konnten in einer inzwischen über 100-jährigen Grabungstätigkeit bis heute zahlreiche Fragen zur antiken Stadt geklärt werden.

Eine zusätzliche Motivation, Gelder für diese Unternehmungen zur Verfügung zu stellen, lieferte eine Vereinbarung zwischen dem osmanischen Reich und Österreich. Der damalige Sultan Abdul Hamid II. machte dem österreichischen Kaiser Franz Joseph ein großzügiges Geschenk: Einige der entdeckten antiken Objekte wurden dem k. k. Kaiserhaus überlassen und durften für die Wiener Sammlungen ausgeführt werden. In mehreren Lieferungen brachte die Österreichische Marine Fundstücke nach Wien, die zunächst provisorisch aufgestellt wurden und zeitweilig im Theseustempel im Volksgarten zu sehen waren. Diese unmittelbare Auseinandersetzung mit den neu gefundenen Originalen in Wien ermöglichte nun auch eine wissenschaftliche Bearbeitung dieser Objekte in Österreich. Mit dem Erlass des türkischen Antikengesetzes von 1907 wurde die Ausfuhr von Antiken grundsätzlich verboten, auch nach Wien gelangten danach keine Fundstücke mehr.

Nach einigen provisorischen Aufstellungen wurde schließlich im Dezember 1978 das Wiener Ephesos Museum in seiner heutigen Form in den Räumen der Neuen Burg eröffnet. Zu sehen ist eine repräsentative Auswahl römischer Skulpturen, mit denen einst großzügige Thermenanlagen oder das ephesische Theater geschmückt gewesen sind. Eine Reihe von Architekturgliedern gibt einen Eindruck von den reich dekorierten Fassaden antiker Prunkbauten, ein Modell der antiken Stadt lässt topographische Zusammenhänge erkennen. Daneben bildet das so genannte Parthermonument, ein in Größe und Bedeutung einzigartiger Reliefzyklus der römischen Kaiserzeit, einen Höhepunkt der Sammlung.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung des Bestandes der antiken Objekte aus Ephesos wird in Zusammenarbeit mit den Instituten an der Universität, der Akademie der Wissenschaften und dem Österreichischen Archäologischen Institut geleistet. Das Ephesos Museum in Wien ist damit nicht zuletzt ein Botschafter der intensiven Bemühungen Österreichs um das antike Ephesos, das inzwischen mit etwa zwei Millionen Besuchern im Jahr nach der Hagia Sophia und dem Top Kapı-Museum in Istanbul das meist besuchte Tourismusziel der Türkei darstellt. Die Pflege der Ruine sowie Rekonstruktion und Wiedererrichtung antiker Monumente gehören dabei auch zu den Aufgaben der österreichischen Forscher, deren langjähriger Einsatz mit dem Ephesos Museum auch eine Plattform der Repräsentation in Österreich selbst findet.