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Orazio Gentileschis Büßende Magdalena und die Danae Sauli. Gemäldetechnologische Untersuchungen und Vorschläge einer neuen Chronologie

Michael Odlozil und Gudrun Swoboda
Orazio Gentileschi, Büßende Magdalena, vor der Restaurierung.
Orazio Gentileschi, Ruhe auf der Flucht, nach der Restaurierung.
Zusammenfassung Jüngste technologische Untersuchungen im Zuge einer Restaurierung ergaben hinsichtlich der Genese der Büßenden Magdalena von Orazio Gentileschi (1563 Pisa – 1639 London) einen noch engeren Zusammenhang zwischen diesem Bild und einer – wohl zwischen 1621 und 1623 für den Genueser Patrizier Sauli entstandenen – Danae (New York) als bisher angenommen. Die Forschung hatte zwar bereits die Übereinstimmung hinsichtlich der äußeren Konturen beider Figuren beobachtet, doch ergab nun die Interpretation der Röntgenaufnahme, dass unter der Magdalena eine zweite Gestalt liegt, die in ihrer Pose derjenigen der Sauli-Danae exakt entspricht. Auch belegten Probenentnahmen aus dem Bereich des felsigen Bodens, dass die Frauengestalt ursprünglich auf einem weißen Laken oder einer Matratze lag. Den neuen Analysen zufolge wurde die Wiener Magdalena aus einer Danae entwickelt, die Gentileschi als fertige Form übernommen und auf die Leinwand übertragen hatte. Die Anlage der Danae war bereits recht weit gediehen, bevor Gentileschi sie in eine Magdalena verwandelte; dies belegen die jeweils zuzuordnenden Malschichten, die unterschiedlich – nämlich einmal ölreich (Danae), einmal harzreich (Magdalena) – aufgebaut sind. Anhand des Vergleichs mit einer weiteren Büßenden Magdalena in New York, die in der jüngsten Literatur als das frühere Gemälde und – ebenso wie die Danae – als ein für Sauli ausgeführtes Werk Gentileschis bezeichnet wird, erweist sich die große Übereinstimmung der beinahe deckungsgleichen beiden Figuren, die nur im „Beiwerk“ Unterschiede zeigen. Gentileschi hat die Figur, wie auch die Röntgenaufnahme ergibt, vollkommen sicher und mit nur vereinzelten Pentimenten ins Bild gesetzt. Den technologischen Untersuchungen am Wiener Gemälde zufolge handelt es sich um Gentileschis erste Magdalena ihrer Art, und so spricht nun einiges für die Annahme, dass das chronologische Verhältnis der beiden Werke genau umgekehrt war und das Wiener Bild der New Yorker Version zeitlich vorangegangen ist.