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Restaurierung des Grundsteindepotfundes der Dreifaltigkeitssäule in Schottwien

René Traum
Bleigefäß mit Deckel im Übernahmezustand.
Beispiel für eine der vorgereinigte Bronzemünzen im Übernahmezustand.
Beispiel für den durch Korrosion verursachten Substanzverlust an den Silbermünzen.
Zusammenfassung Franz Anton Reichsgraf von Walsegg stiftete 1720 aus Dankbarkeit für das Erlöschen der Pest des Jahres 1713 die Dreifaltigkeitssäule in Schottwien. Bei Bauarbeiten wurde das 1835 bei der Versetzung der Dreifaltigkeitssäule eingerichtete Grundsteindepot entdeckt. Generell finden sich in solchen sakralen Grundsteindepots oftmals Schriften, Zeitungen, Münzen, Sand aus dem Heiligen Land oder Wachsfiguren in Gefäßen oder Lederbeuteln, die in vielen Fällen auch der Dokumentation der am Bau beteiligten Persönlichkeiten dienen. Im vorliegenden Depot befand sich hingegen ein zylinderförmiges Bleigefäß mit Deckel, dessen Inhalt aus jeweils sechs neuzeitlichen Bronze- bzw. Silbermünzen bestand. Da die Fundmünzen bei der Übernahme leider teilweise schon gereinigt waren, konnte nur mehr das Depotgefäß fachgerecht restauriert werden. Das als Aufbewahrungsgefäß für Münzen einzigartige Fundstück wurde vermutlich in einer Gürtlerwerkstatt angefertigt und gleicht Gefäßen, die in Gießereibetrieben des 19. Jahrhunderts Verwendung fanden. Die Restaurierung dieses Gefäßes gestaltete sich sehr mühsam, da die Verschmutzungen vom weichen Metall nur mit großem Arbeitsaufwand entfernt werden konnten. An einigen Münzen wurden durch Korrosion verursachte Substanzverluste beobachtet, die auf im Mauerwerk vorhandene chemische Verbindungen und immer wiederkehrende Feuchtigkeit zurückzuführen sind. Nach der Restaurierung des Gefäßes und der Entfernung von Restverschmutzungen bzw. Korrosionsschichten von den Silbermünzen wurden alle Münzen und das Bleigefäß mit mikrokristallinem säurefreiem Wachs konserviert.