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Figurenuhr mit Diana auf dem Kentauren

Eine komplexe mechanische Ausstattung erlaubte es dem Kentaurenautomat, sich zu einer vorgegebenen Uhrzeit über die Tafel zu bewegen und dabei die Köpfe der auf dem Kentauren reitenden Diana und eines ihrer Hunde zu wenden, während der zweite sein Maul öffnete, der Kentaur die Augen rollte und dieser schließlich einen Pfeil abschoss. Erst dadurch ergab sich ein Trinkspiel: Der Gast, in dessen Richtung der Pfeil flog, hatte einen Trinkspruch auszubringen und seinen Becher zu leeren. Auf diese Weise vereinen sich hier die höfische Jagd- und Trinklust; zudem bot der Automat durch seine nicht alltägliche Ikonographie, die Allusionen auf die Entführung der Dejanira durch den Kentauren Nessos, den Raub der Europa, die Unterweisung des Achilles durch Chiron und die Jagd der Diana erlaubt, Anlass zu gelehrten humanistischen Tischgesprächen.


Der Triumphwagen mit Minerva


Von Achilles Langenbucher (Augsburg, um 1620)
Zu sehen in Saal 23 der Kunstkammer Wien

Als „sehenswürdiges Uhrwerk" wird dieser Automat in einer historischen Beschreibung der Wiener Schatzkammer bezeichnet. Die Göttin der klugen Kriegsführung sitzt in Begleitung von Gerechtigkeit und Glauben triumphierend auf ihrem Wagen. Gespielt auf nur zwölf Orgelpfeifen erklingt ein Glanzstück der Polyphonie aus dem automatischen Orgelwerk in ihrem Rücken. Hightech und virtuose Musik zur Verherrlichung der Fürstentugenden...


Der Glockenturmautomat


Von Hans Schlottheim (Augsburg, um 1580)
Zu sehen in Saal 24 der Kunstkammer Wien

Mit derbem Witz spielen die Figuren dieses Automaten auf ein gemeinsames Erlebnis an: Der Herzog von Bayern schenkte den Turm seinem Onkel, Erzherzog Ferdinand II., in Erinnerung an den gemeinsamen Besuch eines Theaterstücks der Commedia dell'arte in Venedig. Sollte damit auf das Ende eines ausschweifenden Lebensstils angespielt werden, das durch die bevorstehende zweite Hochzeit des Tiroler Landesfürsten bevorstand? Ein stolzes Geschenk, dessen kunstfertige Gestaltung die Derbheit der Aussage verzeihbar macht. Lassen auch Sie sich überraschen...


Der Schiffsautomat


Von Hans Schlottheim (Augsburg, 1585)
Zu sehen in Saal 27 der Kunstkammer Wien

Mit dem Doppeladler auf den Fahnen, dem Kaiser als Steuermann an Bord und einem Musikerkorps, das ihm die Ehre erweist und ihn in die Schlacht begleitet, ist dieses Schiff ein Sinnbild für die Macht des Kaisers und seines Reiches. Niemand solle sich dem Schiff mit dem Namen „Der Doppelte Adler" in den Weg stellen, so die gravierten Verse an der Bordwand, ebenso wenig wie seinem Besitzer -- Kaiser Rudolf II. Ein Meisterwerk der Mechanik und menschlicher Kunstfertigkeit, das Erstaunen erregen und Überlegenheit demonstrieren soll...


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