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Die Standorte

Zur Erhaltung klimatisch empfindlicher, gefasster Holzobjekte. Die Restaurierung des Leichenfourgons des Wiener Hofes

Maria Berger-Pachovsky, Martina Ruttin, Monica Kurzel-Runtscheiner und Martina Grießer
Leichenfourgon des Wiener Hofes.
Verlust von Farbschollen unter der Fensterleiste an der linken Wagenseite.
Blasenbildung auf den Speichen des linken Hinterrades.
Zusammenfassung Der in der Wagenburg des Kunsthistorischen Museums erhaltene Leichenfourgon des Wiener Hofes, Inv.-Nr. W 006, war in letzter Zeit bei Ausstellungen im In- und Ausland eine begehrte Leihgabe. Durch die Verbringung des Fahrzeugs aus dessen üblichen Aufbewahrungsbedingungen in unvorhersehbar klimatisch abweichende Sonderausstellungen waren massive Schädigungen an Holzkorpus und Lackierung entstanden, die vor einem neuerlichen Verleih 2003 stabilisiert und restauriert werden mussten. Nach der Rückkehr in die Wagenburg zeigte das Objekt jedoch neuerlich starke Schäden durch klimatische Belastungen, sodass eine zweite Restaurierung erforderlich wurde. Der Wagen weist einen mit ölhältigem Lack über weißer Grundierung schwarz gefassten hölzernen Corpus auf, der durch einen gestalterisch eingesetzten Firnisauftrag strukturiert wird. Neben Gebrauchsspuren, Schäden durch Erschütterung und arbeitstechnisch bedingten Schäden zeigte die schwarze Fassung durch trocknungsbedingten Volumsschwund des Holzes starke Haftungsverluste zur zwischen Holz und Lackierung liegenden Ölimprägnierung – bis hin zu zahlreichen vollständigen Verlusten der Farbschicht. Ziel der ersten konservatorisch/restauratorischen Eingriffe vor der Ausstellung 2003 war es, die Fassung in ihrem momentanen Zustand zu stabilisieren und entstandene Fehlstellen zu integrieren. Glänzende Rückstände alten Klebemittels und Übermalungen wurden entfernt. Weiters wurde das gesamte Objekt zunächst trocken und anschließend vorsichtig feucht gereinigt. Nach Vorversuchen mit unterschiedlichen Festigungsmedien wurde für die Festigung der schwarzen Farbschicht ein Acrylharz verwendet, offen liegende Ausbruchsränder wurden durch Kittung stabilisiert und Fehlstellen farblich integriert. Die zweite Restaurierung/Konservierung im Herbst 2003 beschränkte sich auf die Konsolidierung klimageschädigter Fassungsbereiche und die Integration von Fehlstellen, wobei das Auftreten von Blasen durch Klimaschwankungen bereits während dieser Behandlung wieder beobachtet werden konnte. Die bestmögliche Erhaltung der Fassung des Leichenfourgons kann daher nur durch eine dauerhafte Unterbringung in einem klimastabilen Standort und die zukünftige Vermeidung des Verleihs des Fahrzeugs erreicht werden.