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Standard-Kunststoff-Verpackungslösungen für Sammlungs- und Museumsdepots

In der Wagenburg ergab sich vor einigen Jahren die Notwendigkeit, die Aufbewahrungsbedingungen für Objekte zu verbessern. Folgend der fachspezifischen Literatur wurden zwei Sets aus ähnlichen Objekten in Plastikfolien aus Polyethylen (PE), aus Ethylvinylalkohol (EVOH) bzw. in mit Aluminiumoxid beschichtete transparente Folien teilweise unter sauerstofffreien Bedingungen eingeschweißt, um weiteren Materialabbau bzw. Korrosion zu verhindern.

Nach einem Beobachtungszeitraum von 1,5 Jahren konnten einige unerwartete Ergebnisse festgestellt werden. Daraus ergab sich für das Kunsthistorisches Museum Wien gemeinsam mit einigen Kooperationspartnern die Notwendigkeit, weiterführende Untersuchungen und Tests zur Verpackung von Museumsobjekten zu folgenden Themen durchzuführen:

  • weiterführende Charakterisierung der in Österreich bzw. Süddeutschland hergestellten Plastikfolien hinsichtlich Migration, Permeabilität und Anreicherung von Luftschadstoffen und von Schadstoffen, die aus den verpackten Objekten selbst abgegeben werden (z.B. Pestizide) sowie der Langzeitstabilität der Folien
  • Ermöglichung der gezielten Auswahl bestimmter Folien (Type, Stärke, Transparenz, Verwendung vorgefertigter Foliensäcke, Verschlusssysteme) für unterschiedliche Anwendungen (Vermeidung von Insektenbefall und Verstaubung, Stabilisierung der relativen Luftfeuchte, Schutz von Objekten vor aggressiven Luftverunreinigungen, Schutz des Museumspersonals vor aus den Objekten kommenden toxischen Verbindungen, Inertgasbehandlung zur Insektenbekämpfung)
  • Entwicklung von möglichst preisgünstigen und leicht zu wartenden Verpackungssystemen (max. 5 verschiedene) und Zusammenstellung von Richtlinien für die Verpackung in Form eines Hand-outs
  • Praktische Versuche anhand spezifischer Verpackungslösungen, um deren Eignung auch für kleine Sammlungen ohne eigene RestauratorInnen auszutesten

Die Projektergebnisse wurden im Rahmen von zwei Workshop am KHM an ein Fachpublikum vermittelt und mehrfach publiziert.



Publikationen

  • M. Griesser, M. Kurzel-Runtscheiner, M. Novotny-Kargl, „Erfahrungen zur Verbesserung der Aufbewahrung historischer Objekte in nicht klimatisierten Museumsdepots durch Verpackung in Kunststofffolien unter kontrollierten Bedingungen“, in: Technologische Studien Kunsthistorisches Museum. Konservierung – Restaurierung – Forschung – Technologie, Vol. 2 (2005) 86-115
  • M. Griesser, E. Gregor, M. Kurzel-Runtscheiner, U. Kannengiesser, E. Schlegel, M. Griesser-Stermscheg, S. Jahn, A. Hanzal, M. Ifsits, M. Krainz, “Development and in-depth testing of standard packing solutions for collections and museums”, in Preprints of the 15th ICOM-CC Triennal Meeting, New Delhi, 22nd-26th September 2008, Vol. II, 743-750
  • S. Kalabis, M. Griesser-Stermscheg, M. Griesser, M. Novotny-Kargl, ”Langzeitlagerung im unklimatisierten Museumsdepot: Die Verpackung von Metallobjekten in Kunststoff-Folien”, in: M. Griesser-Stermscheg, G. Krist (eds.), ”Metallkonservierung. Metallrestaurierung. Geschichte, Methode und Praxis” (2009) 79-90
  • M. Griesser, M. Krainz, J. Bergmair, S. Kalabis, M. Griesser-Stermscheg, M. Novotny-Kargl, R. Knaller, A. Hanzal, J. Bailer, C. Jordan, W. Werther, E. R. Schmid, E. Schlegel, U. Kannengiesser, S. Jahn, E. Gregor, ”Entwicklung und Austestung von Standard-Kunststoff-Verpackungslösungen für Sammlungs- & Museumsdepots”, in: Technologische Studien Kunsthistorisches Museum. Konservierung – Restaurierung – Forschung – Technologie, Vol. 7 (2010) 10-71

Information

Projektleitung
Dr. Martina Grießer (technisch),
Dr. Monica Kurzel-Runtscheiner (finanziell),
Mag. Gabriele Zugay,
Dr. Paul Frey (Geschäftsführung)

Projektmitarbeit
Ernst Gregor,
Dipl.-Rest. Michaela Morelli,
Robert Marhofer,
Mag. Christiane Jordan (WMW)

Kooperationspartner
Wien Museum – Modesammlung Hetzendorf,
Essl Museum,
Universität für angewandte Kunst – Sammlungen und Institut für Konservierung und Restaurierung,
Österreichisches Forschungsinstitut für Chemie und Technik (ofi), Universität Wien – Institut für Analytische Chemie und Lebensmittelchemie

Finanzierung
FFG Projekt Nrn. 810020, 813078, 818182; aufbauend auf FFG Projekt Nrn. 804624, 806936

Projektdauer
abgeschlossen

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