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Digitalisierung und Online-Publikation der Zentraldepotkartei(en)

Im Herbst 1938 wurde im ersten Stockwerk der Neuen Burg, vor allem in den burggartenseitigen Räumen, das sogenannte Zentraldepot für beschlagnahmte Sammlungen eingerichtet. Eingelagert wurden hier Objekte aus Wiener Kunstsammlungen, die ihren als jüdisch geltenden EigentümerInnen durch das nationalsozialistische Regime seit März 1938 entzogen worden waren und die später an verschiedene Museen verteilt werden sollten.

Als Verwalter des Zentraldepots fungierte bis Juli 1940 das Kunsthistorische Museum, danach, bis zur Auflösung des Depots, das Institut für Denkmalpflege, das heutige Bundesdenkmalamt. In den Archiven der beiden Institutionen haben sich Karteien zu den rund 10.000 im Zentraldepot gelagerten Objekten erhalten, die neben Beschreibungen, Verortung und Verbleib zum Teil auch Fotos der Sammlungsstücke enthalten.

Ziel des Projekts ist es, die insgesamt etwa 11.500 Karteikarten einschließlich der überlieferten Objektfotos zu digitalisieren und die Quellen fachlich kommentiert online zu stellen. Die Zentraldepot-Karteien liefern wertvolle Informationen für die Provenienzforschung und für weitere zeithistorische Fragestellungen. Die Digitalisierung und Online-Publikation der beiden Karteien gewährleistet – gerade in Zeiten knapper räumlicher und personeller Ressourcen – die Zugänglichkeit dieser wichtigen Quellen bei gleichzeitiger Schonung des Materials. Das Projekt, eine Kooperation zwischen dem Archiv des Kunsthistorischen Museums Wien und der Kommission für Provenienzforschung, bietet darüber hinaus die Chance, die aktive und kritische Auseinandersetzung beider Institutionen mit der lokalen NS-Geschichte stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Information

Projektkoordination
Dr. Susanne Hehenberger, Archivarin

Projektteam
Mag. Lisa Frank, Büro der Kommission für Provenienzforschung
Mag. Leonhard Weidinger, Kommission für Provenienzforschung/MAK
Mag. Peter Kloser, TMS-Betreuung

Projektassistenz
Johannes Festi, Zivildiener
(bis Juni 2016)

Finanzierung
Kunsthistorisches Museum Wien und Kommission für Provenienzforschung

Projektlaufzeit
seit Oktober 2015

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