Theseustempel Kunsthistorisches Museum Wien Kunsthistorisches Museum Wien Neue Burg Kaiserliche Schatzkammer Wien
  • Kunsthistorisches Museum Wien
  • Kunsthistorisches Museum Wien Neue Burg
  • Kaiserliche Schatzkammer Wien
  • Theseustempel Wien

Entdecken Sie auch

Die Kaiserliche Wagenburg Wien
Das Schloss Ambras Innsbruck
Weltmuseum Wien
Das Österreichische Theatermuseum

The locations

Erste Ergebnisse der 3D-röntgencomputertomographischen Untersuchung an Blasinstrumenten der Sammlung alter Musikinstrumente

Beatrix Darmstädter und Dietmar Salaberger
Serpent. Wien, Kunsthistorisches Museum, Sammlung alter Musikinstrumente
Axialschnitt durch zwei Segmente unterschiedlicher Holzschnitte der zweiten Windung des Serpents SAM 237.
Unterschiedliche Holzqualitäten der vierten Windung des Serpents SAM 237.
Zusammenfassung Die ersten neuen, durch Auswertung der 3D-röntgencomputertomographischen Untersuchungen ermittelten Ergebnisse beziehen sich auf die Rauschpfeife SAM 177 und den Serpent SAM 237. Zunächst gelang erstmals die elektronische Vermessung dieser historischen Musikinstrumente der Renaissance, deren für einen Nachbau nötige Maße im Anhang des Beitrags veröffentlicht sind. Weiters ließ sich der konservatorische Zustand der beiden Objekte genau dokumentieren: Das Corpus der Rauschpfeife wurde in einem dramatischen Ausmaß durch Wurmfraß zerstört, was durch eine rein visuelle Inspektion der Oberfläche nicht zu ahnen war. Die Lackschicht der Kapsel erfuhr eine mehrfache Überarbeitung und die Ablagerungen im Innentubus gehen wahrscheinlich auf Füllungen zurück, die aus Wurmgängen quollen. Der Serpent entstand aus 30 Einzelsegmenten ungleichmäßigen Zuschnitts, deren Fugen unter der Lederhülle an einigen Stellen aufklaffen. In der vierten Windung konnte ein versteckter Riss im Holz lokalisiert werden. Im Eingangsbereich des Mundrohrs zeigte sich eine durch zwei Klammern stabilisierte Metallverstärkung. Im Zuge der Untersuchung konnten auch Informationen von instrumentenkundlichem und sammlungshistorischem Interesse gewonnen werden: Im Bereich der ersten Windung wurde der Lederüberzug des Serpents massiv verstärkt, wie dies den Angaben in historischen Traktaten entspricht. Es konnten am Serpent zwei unterschiedliche Signaturen ausfindig gemacht werden, von denen sich eine zweifellos auf den Lederarbeiter bezieht. Die Grifflöcher des Serpents sind ohne Unterschneidungen ausgeführt. Es wurde sichtbar gemacht, dass die Innenbohrung der Rauschpfeife etwas exzentrisch verläuft sowie die Grifflöcher nicht unterschnitten sind und eine sehr individuelle Bohrungsform aufweisen. Die Indizien für die Hypothese, der zufolge die Rauschpfeife aufgrund einer ehemals unvollständigen Rekonstruktion ohne Kleinfingerloch erhalten blieb, haben sich verdichtet, sind jedoch nicht eindeutig geklärt.