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Zur Büste eines jungen Mannes aus polychromierter Terrakotta, Conrat Meit zugeschrieben

Helene Hanzer
Büste eines jungen Mannes, Conrat Meit zugeschrieben. Gesamtaufnahme vor der Restaurierung.
Büste eines jungen Mannes, Conrat Meit zugeschrieben. Gesamtaufnahme nach der Restaurierung.
Zusammenfassung Über die Herkunft dieser außergewöhnlichen Porträtbüste aus polychromierter Terrakotta ist bisher nur wenig bekannt. Sie wird dem deutsch-niederländischen Bildhauer und Bildschnitzer Conrat Meit (Worms 1480/85 – 1550/51 Antwerpen) zugeschrieben und befindet sich seit 1909 im Kunsthistorischen Museum in Wien. Bei der Darstellung handelt es sich um das Porträt eines jungen Mannes in vornehmer Kleidung, welche ganz der Mode der Zeit um 1540/45 entspricht. Die Gründe für eine Restaurierung und Konservierung lagen vor allem in dem unbefriedigenden ästhetischen Zustand der Büste. Die fest an der Oberfläche anhaftende Schmutzschicht bewirkte eine stark gedunkelte Gesamterscheinung. Besonders störend wirkte sich eine Beschädigung an der Nasenspitze aus. Die Vielzahl an Fehlstellen in der Farbfassung weisen auf gravierende Haftungsverluste der Malschicht hin und erforderten dringend Festigungsmaßnahmen. Trotzdem weist die Büste außer einigen Festigungsversuchen keine Spuren von früheren Restaurierungen oder Übermalungen auf und stellt somit ein extrem seltenes Beispiel einer Terrakottaskulptur mit original erhaltener und nahezu unberührter Farbfassung dar. Eine eingehende technologische Untersuchung der Büste sollte für zukünftige Forschungen weitere Hinweise zur Künstlerhand erbringen und genauere Vergleiche mit anderen, Conrat Meit zugeschriebenen Werken und die chronologische Einordnung innerhalb seines Œuvres ermöglichen. So zeigte die Analyse von zu Querschliffen präparierten Fassungsproben, dass der Malschichtaufbau im wesentlichen der zeitgenössischen Maltechnik des Hoztafelbildes entspricht. Die Festigung der lockeren und hochstehenden Malschichtschollen erfolgte mit Störleim. Das Ziel der Reinigung war eine Reduktion der Schmutzschichten, um eine Annäherung an die ursprünglichen Farbwerte und formalen Qualitäten der Fassung herbeizuführen. Einzig der fehlende Teil an der Nasenspitze wurde ergänzt, da dies ohne formale Interpretation möglich war und die Fehlstelle mitten im Gesicht in besonderem Maße die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zog. Die Retusche der Malschicht sollte den fragmenthaften Charakter der Farbfassung bewahren und optisch zur Beruhigung des Gesamteindruckes dienen.