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Wissenschaftliche Bearbeitung des Bestandes der Geistlichen Schatzkammer in Wien

Die Geistliche Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums Wien umfasst einen herausragenden Bestand an Objekten (Reliquiare, Devotionalien, Andachtsbilder, sakrale Kunstwerke und liturgisches Gerät). Trotz oder vielleicht gerade wegen ihres exzeptionellen Ranges in Hinblick auf die künstlerische Ausgestaltung und die Werkstätten, aus denen sie stammen, bzw. die Künstler, die sie geschaffen haben, sowie auch die repräsentative und politische Funktion katholischer Kultgegenstände fehlte es bislang an einer umfassenden wissenschaftlichen Aufarbeitung des Bestandes. Das Projekt hatte sich daher zum Ziel gesetzt, kunsthistorische mit (kultur)historischen Ansätzen zu verbinden und den Gesamtbestand an liturgischem Gerät und Reliquiaren wissenschaftlich zu bearbeiten.

Als Ausgangsbasis waren alle in der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums überlieferten Inventare der Geistlichen Schatzkammer, der Kapellen innerhalb der Hofburg, der Kapellen in Baden, Belvedere, Hetzendorf, Laxenburg und Schönbrunn sowie des Kapuzinerschatzes zu erschließen. Diese insgesamt 78, vom späten 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert datierenden Inventare umfassen insgesamt rund 1.650 Seiten und wurden von 2004-2006 in Volltextversion transkribiert und zur leichteren Verwendbarkeit (Suchmöglichkeit) digital erfasst. Zusätzlich wurden weitere Quellen zur Geistlichen Schatzkammer aus dem Wiener Hofkammerarchiv und dem Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv erschlossen.

Über 1.000 Objekte, die gemeinsam mit den Paramenten den Bestand der Geistlichen Schatzkammer bilden, konnten im Laufe des Projektes unter Anwendung kunsthistorischer Methoden und unter Berücksichtigung von Fragen der technischen Bearbeitung untersucht werden. Aufbauend auf der Quellenerschließung und der kunsthistorischen Bearbeitung wurde der Bestand der Geistlichen Schatzkammer in insgesamt 649 Katalogtexten beschrieben. Dabei wurden rund 1.100 Manuskriptseiten für einen künftigen umfassenden Bestandskatalog verfasst und damit eine wesentliche Grundlage für weitere vertiefende Forschungsarbeiten geschaffen.



Publikationen

  • Hauptwerke der Geistlichen Schatzkammer (Kurzführer durch das Kunsthistorische Museum, Hg. v. Wilfried Seipel, Bd. 7), Wien, 2007.
  • Susanne Hehenberger/Paulus Rainer, Erbaulicher Prunk. Die Geistlichen Schatzkammern des Kaiserhauses im barocken Wien, in: Frühneuzeit-Info, Jg. 20, Heft 1 und 2, Wien, 2009, S. 74-85.
  • Susanne Hehenberger/Paulus Rainer, Knochenarbeit. Der Bestand der Geistlichen Schatzkammer in wissenschaftlicher Bearbeitung, in: Frühneuzeit-Info, Jg. 16, Heft 1 und 2, Wien, 2005, S. 69 - 80.

Information

Projektleitung
HR Dr. Helmut Trnek

Projektmitarbeit
Dr. Sabine Haag,
Dr. Susanne Hehenberger,
Dr. Franz Kirchweger,
Mag. Paulus Rainer

Finanzierung
Jubiläumsfonds der OeNB Projekt Nr. 10763

Projektdauer
abgeschlossen

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