Theseustempel Kunsthistorisches Museum Wien Kunsthistorisches Museum Wien Neue Burg Kaiserliche Schatzkammer Wien
  • Kunsthistorisches Museum Wien
  • Kunsthistorisches Museum Wien Neue Burg
  • Kaiserliche Schatzkammer Wien
  • Theseustempel Wien

Entdecken Sie auch

Die Kaiserliche Wagenburg Wien
Das Schloss Ambras Innsbruck
Weltmuseum Wien
Das Österreichische Theatermuseum

The locations

Dekorationen historischer Prunkrüstungen

Studien zu den Wechselwirkungen zwischen Graphik und Plattnerkunst
Sattel des Otto Heinrich v. d. Pfalz (1502-1559)
Riefelküriss von Bernhard Meuting
Ungarische Flügeltartsche Kaiser Maximilians I.
Doppelstücke zum Küriss König Franz I. v. Frankreich (1494-1547)
Projektleitung: Dr. Christian Beaufort-Spontin Projektmitarbeiter: Dr. Stefan Krause Finanzierung: Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf (Projekt-Nr. AZ 43/F/09) und Kunsthistorisches Museum Wien, Laufzeit 2 Jahre Die Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums hat mit Jänner 2010 ein umfassendes Forschungsprojekt gestartet, das sich einem bisher ungenügend bearbeiteten Bereich der kunstgeschichtlichen Forschung widmet – den figürlichen und ornamentalen Dekorationen historischer Prunkrüstungen und ihren vielschichtigen Beziehungen zur Graphik. Seit dem frühen 16. Jahrhundert ließen Herrscher und Feldherren ihre Rüstungen und Waffen durch geätzte, getriebene oder gravierte Verzierungen beleben. Die Vielfalt und Qualität dieser meist kleinteiligen Ornamente und Szenen wird erst aus der Nähe betrachtet in vollem Ausmaß erkennbar. Der zum Teil immense Aufwand, der für diese Dekorationen betrieben wurde, lässt darauf schließen, dass diese nicht nur einen rein dekorativen Zweck erfüllten. Die Wahl der Verzierungsmotive eines Harnisches oder einer Waffe hatte wesentlichen Einfluss auf das Bild, das der Träger bzw. der Besitzer vor allem im höfischen Umfeld von sich gab. Das Aufkommen dekorierter Harnische um 1500 ist in Verbindung mit der Weiterentwicklung der graphischen Künste zu sehen. Holzschnitte und Kupferstiche konnten in hoher Stückzahl hergestellt werden und waren dementsprechend weit verbreitet. Sie boten den Handwerkern einen bis dahin ungeahnt reichen Vorlagenfundus. Graphiker und Maler waren darüber hinaus als Ätzmaler direkt an der Ausschmückung von Plattnerarbeiten beteiligt. Daniel Hopfer (1470-1536), der als Wegbereiter der künstlerischen Radierung angesehen wird, ist als Waffenätzer nachweisbar und saß als Vertreter der Schmiedezunft im Rat der Stadt Augsburg. Die Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien beherbergt die weltweit bedeutendste Sammlung historischer Prunkrüstungen. Der Großteil dieser Sammlung entstammt den Rüstkammern der Habsburger, etwa der Heldenrüstkammer Erzherzog Ferdinands II. von Tirol (1529 – 1595) auf Schloss Ambras bei Innsbruck. Die Rüstungen und Waffen sind meist in den Inventaren des habsburgischen Hofes verzeichnet und lassen sich damit oft bis zu ihrer Entstehung zurückverfolgen. In den meisten Fällen sind neben den Besitzern auch Entstehungsort, Werkstatt und Meister bekannt. Dies macht die Hofjagd- und Rüstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien zum idealen Ausgangspunkt für die Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen Plattnerkunst und Graphik. Als Kooperationspartner für das Forschungsvorhaben konnten die Albertina und das Österreichische Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien gewonnen werden. Auf internationaler Ebene wird vor allem auf die engen Kontakte zu den verwandten Sammlungen der Real Armeria in Madrid, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Metropolitan Museum of Art in New York zurückgegriffen.