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Corpus Vasorum Antiquorum KHM Band 5

Attisch rotfigurige Gefäße und Weißgrundige Lekythen

Nach zweijähriger Laufzeit wurde im Jahre 2007 das vom FWF (Der Wissenschaftsfonds) finanzierte Projekt zur Erstellung des Manuskriptes für einen Band des Corpus Vasorum Antiquorum (CVA) abgeschlossen. Mit dem Erscheinen dieses Bandes liegen nun alle attisch rotfigurigen Gefäße sowie die gleichzeitig entstandenen weißgrundigen Lekythen aus dem Bestand der Antikensammlung publiziert vor.

Alle in diesem Band vorgestellten 125 Vasen wurden im 5. bzw. am Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. in Athen hergestellt und stammen überwiegend aus Fundzusammenhängen in Italien, wohin sie bereits in der Antike exportiert wurden. Die Mehrzahl dieser Gefäße wurde bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert in die Sammlungen des Kunsthistorischen Museums übernommen.

Die attisch rotfigurigen Vasen zeigen rote (tongrundige) figürliche Szenen, ausgespart aus der sonst schwarzen, oft stark glänzenden Gefäßoberfläche. Bei den hier erstmalig publizierten Gefäßen handelt es sich vorwiegend um Behälter für Öl (z. B. Askoi und Lekythen) und Krüge für Wein (z. B. Oinochoen). Die auf ihnen dargestellten Bilder stehen oft mit der Verwendung der Gefäße in Zusammenhang, wie beispielsweise eine Oinochoe mit der Darstellung von heimkehrenden Symposiasten deutlich macht (Komos). Auch die weißgrundigen Lekythen dienten als Ölbehälter. Sie wurden bei Begräbnisfeierlichkeiten verwendet oder dem Toten mit ins Grab gegeben. Die auf den Vasen dargestellten, oft vielfarbigen Bilder zeigen meist Szenen am Grab auf einer weißen Gefäßoberfläche, von der sich der moderne Name „weißgrundig“ ableitet.

Von besonderem Nutzen für die Dokumentation der Vasen war der Einsatz neuer technischer Messverfahren. Für die Aufnahme der Gefäßformen kam ein 3D-Scanner zum Einsatz, zur Bestimmung der Farbpigmente wurden an markanten Stellen Multispektralmessungen durchgeführt – beides zerstörungs- und strahlungsfreie Verfahren.



Publikationen

  • Corpus Antiquorum Österreich. Wien, Kunsthistorisches Museum. Band 5: Attisch rotfigurige Gefäße, Weißgrundige Lekythen. Bearbeitet von Elisabeth Trinkl, Wien 2011 
  • Elisabeth Trinkl, Aus einem attischen Grab. Vier weißgrundige Lekythen aus dem Besitz des Grafen Anton Prokesch von Osten in der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums Wien, in: Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien 12, 2010, 105–115
  • Elisabeth Trinkl, Zwei Gefäße aus Athen aus dem Besitz des Grafen Anton von Lamberg-Sprinzenstein im Kunsthistorischen Museum, in: Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien 8/9, 2006/07, 169–177

Information

Projektleitung
HR Dr. Alfred Bernhard-Walcher,
Dr. Claudia Lang-Auinger (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Kulturgeschichte der Antike),

Projektmitarbeit
Dr. Elisabeth Trinkl,
Mag. Bettina Vak

Kooperationspartner
DI Hubert Mara,
Ernestine Zolda
(beide Institut für Mustererkennung und Bildverarbeitung an der Technischen Universität Wien)

Finanzierung
FWF Projekt-Nr. P18213,
Kunsthistorisches Museum Wien,
Österreichische Akademie der Wissenschaften,
Institut für Kulturgeschichte der Antike

Projektlaufzeit
abgeschlossen

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