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Antique portraits in Viennas

Preparation of a scientific collection catalogue of the portrait sculptures of the Collection of Greek and Roman Antiquities of the Kunsthistorisches Museum

Im Depot. Weibliche Porträtbüsten im Zustand vor der Restaurierung

forMuse - Forschung an Museen
Ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung
Projektleitung: Dr. Manuela Laubenberger

Dank der großzügigen Unterstützung durch das BMWF für die Finanzierung von zusätzlichen Mitarbeiter/innen ist die Durchführung des ersten Teils des umfassenden Forschungsprojekts für die Dauer von drei Jahren gesichert.

Die Fortsetzung der Arbeiten wird durch das Kunsthistorische Museum finanziert.
Link: www.formuse.at


Forschungsfrage:

Porträt eines Jünglings

Unter den in der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums verwahrten Skulpturen befinden sich viele Porträts, darunter vorwiegend Marmorbüsten aus römischer Zeit mit zahlreichen nachantiken Veränderungen. Diese Ergänzungen und Überarbeitungen sind eng mit der Geschichte der historisch gewachsenen Sammlung und mit dem jeweiligen Zeitgeschmack verbunden. Die überwiegend aus habsburgischem Besitz stammenden Skulpturen dienten oft als Schmuck von Brunnen- und Gartenanlagen sowie zur Ausstattung von Prunkräumen.

Im Gegensatz zur heutigen musealen Grundhaltung, Kunstwerke „nur“ zu bewahren und bestmöglich zu konservieren, hat man seit dem Ausgang der Antike die meisten Kunstwerke dem eigenen Zeitgeschmack und Verwendungszweck entsprechend „adaptiert“. Diese Erkenntnis erleichtert den Zugang zu den Veränderungen, denen die antiken Porträts seit ihrer Entdeckung unterzogen wurden.

Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht daher die aktuelle Frage, welche Kriterien für eine Beurteilung einer Skulptur herangezogen werden können, die sich in einer historisch gewachsenen Sammlung befindet und – anders als ein archäologischer Bodenfund – nicht mehr im ursprünglichen Zustand erhalten ist, sondern seit ihrer Auffindung womöglich mehreren Veränderungen unterzogen wurde.

Von den rund 250 Porträts (ohne die ephesischen Funde) des Bestandes ist ungefähr ein Fünftel ausgestellt, die übrigen sind deponiert und großteils noch unpubliziert. Vorarbeiten wurden bereits in den Jahren 2003 bis 2005 im Rahmen der Neuaufstellung der Antikensammlung geleistet: Die nun seit September 2005 präsentierten Porträts sind restauriert, neu montiert, fotografiert und wissenschaftlich dokumentiert.


Forschungsziel:

Saal XIII, Porträtgalerie
Saal XIII, Porträtgalerie

Ziel des Forschungsprojektes ist die wissenschaftliche Aufarbeitung des Bestandes nach chronologischen, typologischen und hermeneutischen Gesichtspunkten.

Neben der vollständigen Dokumentation der einzelnen Porträts (Fundort, Vorbesitzer, Erwerbung, Geschichte innerhalb der Sammlung) ist die Provenienzforschung von besonderer Bedeutung, da sie neben der stilistischen und technischen Analyse Rückschlüsse auf die zeitliche Stellung der Ergänzungen liefern kann.

Schwerpunkte des Vorhabens bilden die Identifizierung und Einordnung der Ergänzungen und Überarbeitungen neben der restauratorischen Betreuung und den fotografischen Neuaufnahmen. Die Anfertigung von Bildvorlagen ist Grundvoraussetzung für den geplanten neuen Katalog: Vorgesehen sind eine Publikation des Bestandskataloges mit kommentiertem Katalog und einem Tafelteil. Das dreijährige Forschungsprojekt hat die Erstellung des ersten Teilbandes zum Inhalt, mit insgesamt 55 Bildnissen von benannten und unbenannten Kaiserinnen, Frauen, Mädchen und Dichterinnen. Die Gliederung in vorrömische, römische (republikanische, kaiserzeitliche, spätantike) und nachantike Porträts folgt dem Schema ähnlicher Bestandskataloge europäischer Museen.

Die Ergebnisse werden auch in die bereits bestehende Bilddatenbank des Kunsthistorischen Museums eingearbeitet und in einer Ausstellung präsentiert.


The project team:

The project team is composed of a classical archaeologist (Dr Manuela Laubenberger) and an art historian (Dr Ulrike Müller-Kaspar) who are responsible for the scientific processing of the portraits; a classical archaeologist (HR Dr Alfred Bernhard-Walcher) responsible for the history of the collection and three-person team of restorers (head: Mag. Viktor Freiberger, Mag. Brigitte Proll and Alexander Freiberger). The analysis of binders and supplementary materials is carried out by employees of the scientific laboratory (head: DI Dr Martina Griesser and Dr Vaclav Pitthard). The photographic studio of the Kunsthistorisches Museum (head Stefan Zeisler) undertakes the photographic documentation.


Cooperation partners:

Cooperation partners are an internationally renowned research institution (Vienna, Österreichisches Archäologisches Institut with Dr Maria Aurenhammer) and two major European museums (Madrid, Museo Nacional del Prado with Dr Stephan Schröder and München, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek with Prof Dr Raimund Wünsche). The collections of the latter two museums can be compared to the Viennese collection in that they have similar origins - namely in royal estates - and functions (such as decoration). We expect methodical suggestions and a lively exchange of experience in the discussion of similar questions.


The project complies with the guidelines of the research strategy of the Kunsthistorisches Museum and contributes to the internationalisation of Austrian museum research.

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