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Die Erforschung des Papyrus ÄS 10321

Im Zuge der Inventarrevision der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung wurde 2013 in einem der Depots eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht: In einem Tonkegel (ÄS 5174), der als Sarg für eine Ibismumie fungierte, wurde unter der Tiermumie versteckt ein Leinenbündel entdeckt, welches einen bis dato unbekannten, noch eingerollten Papyrus enthielt. Der Tonkegel ÄS 5174 gehörte zur sogenannten Sammlung Miramar von Kaiser Maximilian von Mexiko und wurde in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts in Ägypten erworben.

Ziel des Projektes ist die Entzifferung und Publikation der Inschriften des neu entdeckten Papyrus sowie die Klärung und Interpretation der besonderen Fundumstände der Papyrusrolle.

In einem ersten Schritt wurde der Papyrus, der die Inv. Nr. ÄS 10321 erhielt, in der Restaurierwerkstatt der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung vorsichtig ausgerollt – da heutzutage nur noch selten eingerollte Papyri gefunden werden, musste die Methode dazu speziell entwickelt werden.

Verschiedene naturwissenschaftliche Analysen, darunter auch 14C-Beprobungen, sollen weitere Hinweise zur Datierung der Ibismumie sowie der Leinenstoffe, welche die Papyrusrolle umgaben, liefern.

Nach der Ausrollung des Papyrus erfolgen nun die Entzifferung und die Textanalyse des beidseitig beschrifteten Papyrus, der eine Gesamtlänge von 2,5 Metern aufweist. Durch vergleichende Objektstudien sollen zudem die besonderen Fundumstände untersucht werden und nach vergleichbaren Funden in anderen Museen gesucht sowie die Bedeutung der Ibisbestattungen in ihrer Gesamtheit untersucht werden.



Information

Projektleitung
Dr. Regina Hölzl

Projektmitarbeit
Mag. Michael Neumann,
Mag. Vanessa Tucom-Novak,
Michael Fackelmann

Finanzierung
Kunsthistorisches Museum Wien

Projektlaufzeit
seit 2013

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