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Lange Nacht der Forschung

Freitag, 22. April 2016, 18 – 23 Uhr

Eintritt frei!

Das Kunsthistorische Museum ist nicht nur Ausstellungsort, sondern auch Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung für kunsthistorische Fächer. Im Rahmen der Langen Nacht der Forschung laden wir Sie herzlich ein, „hinter die Kulissen“ des Museums zu blicken und uns aus einer neuen Perspektive kennen zu lernen.

Workshops, Führungen, Vorträge und Mitmachstationen für Erwachsene und Kinder bieten einen Einblick in die faszinierende Arbeit der KuratorInnen, RestauratorInnen und NaturwissenschaftlerInnen, die sich der Erforschung und Bewahrung von Kulturschätzen aus fünf Jahrtausenden von der Zeit des Alten Ägypten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts widmen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!


Science Points & Mitmachstationen

Welche geisteswissenschaftlichen Ansätze, welche Restaurier- und Konservierungstechniken und welche modernen Technologien eines Museumsbetriebs zum Einsatz kommen, wird an den einzelnen Stationen demonstriert und teilweise von den BesucherInnen selbst erprobt. Kommen Sie mit den WissenschafterInnen ins Gespräch!

18 - 22 Uhr
Cranachs Judith genau betrachtet. Forschung zu einem Meisterwerk und seiner Restaurierung

Cranachs Judith mit dem Haupt des Holofernes, eines der bekanntesten Gemälde des Künstlers, wurde erst kürzlich aufwändig restauriert. Restaurator Georg Prast und Kunsthistorikerin Alice Hoppe-Harnoncourt geben vor dem Original und anhand von Fotodokumentationen spannende Einblicke in die Arbeiten an der empfindlichen Tafel und in die Arbeitsweise der Cranach-Werkstatt.

Gemäldegalerie, Saal XV


18 - 22 Uhr
Pigmente unter dem Mikroskop

Welche Pigmente von Künstlern zur Fertigung unterschiedlicher Kunstwerke verwendet wurden, ist oftmals Gegenstand intensiver Forschung. Dafür können verschiedene Techniken angewandt werden. Unter dem Mikroskop, v. a. unter gekreuzten Polarisatoren, zeigen diese Grundmaterialien der Maltechnik oft ihr eigenes Bild.
Mit Hilfe eines Polarisationsmikroskops kann man an dieser Station den Geheimnissen der Pigmente auf die Spur kommen.

Gemäldegalerie, Saal XIV


18 - 21.30 Uhr
Entdeckung eines Papyrus

Im Mai 2013 wurde im Rahmen einer Durchsicht des Inventares der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung eine bis dahin unbekannte Papyrusrolle entdeckt. In der Langen Nacht der Forschung wird der vollständig restaurierte Papyrus zum ersten Mal öffentlich präsentiert. Die Station bietet einen Überblick über die vorläufigen Untersuchungsergebnisse, über die Restaurierungsmethode und über die Entwicklung der ägyptischen Schrift.

Ägyptisch-Orientalische Sammlung, Saal IX


18 - 19.30 Uhr
Mythen und Lebenswelten in Lykien: Das Heroon von Trysa

Alice Landskron leitete von 2007 bis Ende 2014 im Kunsthistorischen Museum ein Projekt zur Untersuchung und Erforschung des Heroons von Trysa. Erst kürzlich wurden die Forschungsergebnisse publiziert, von denen bei dieser Station berichtet wird.
Das Heroon von Trysa liegt auf einem Plateau in den Bergen Lykiens, im Süden der Türkei. Den Grabbezirk umgab an vier Seiten eine drei Meter hohe Umfassungsmauer, die über eine Länge von mehr als 211 Metern mit figürlichen Friesen geschmückt war. Die Relieffriese geben Einblicke in die Lebenswelt der Lykier, in der griechische Mythen ebenso bedeutend waren wie Jagd, Kampf und Bankett. Der Grabherr präsentierte mit der Auswahl der Bildthemen nicht nur seine eigenen Taten, sondern auch seine Verbundenheit mit der Kultur der Perser und Griechen und der griechischen Mythenwelt.

Antikensammlung, im Kabinett 5


19 - 21 Uhr
Digitale Erfassung antiker Vasen
Ein Kooperationsprojekt der ÖAW mit dem KHM

Im Rahmen von Corpus Vasorum Antiquorum (CVA), einem internationalen Projekt zur Erforschung und Publikation antiker Keramik, werden die einzelnen Objekte mittels 3D-Scans erfasst. Objektschonend und zeitsparend können mit dem Laser- oder Streifenlichtscanner 3D-Modelle ermittelt werden. Die Gefäßform und der Dekor sind damit exakt dokumentiert. An der Oberfläche können Punkte für weitere naturwissenschaftliche Untersuchungen wie Röntgenfluoreszenz- oder Farbspektralanalysen verortet werden.
Die Erstellung eines 3D-Scans wird in den Sälen der Antikensammlung demonstriert.

Antikensammlung, Saal XIV


20 - 21.30 Uhr
Der Athlet von Ephesos – Alte Restaurierungen und neue Herausforderungen

Der Athlet von Ephesos wurde vor über 100 Jahren gefunden und restauriert; er zählt heute zu den wichtigsten Skulpturen der Antikensammlung. Die Bronzestatue war eines der Highlights einer bedeutenden internationalen Ausstellung in Los Angeles. Um beim Transport jede Gefährdung der antiken Skulptur zu vermeiden, wurde in Zusammenarbeit mit dem Getty Museum eine aufwendige Verpackung entwickelt, die neue Maßstäbe setzt. Antikensammlungsdirektor Georg Plattner berichtet von seinem 2-jährigen Forschungsprojekt, durch das dieser Transport möglich wurde.

Antikensammlung, Saal X


18 - 22 Uhr
Medaillenprägestempfel für Maria Theresias memoria

Der eigentliche Beginn, die „Geburt“, der Medaille liegt bei der Herstellung der Prägestempel. Die künstlerische Leistung der Medailleure des 18. Jahrhunderts zeigte sich im händisch angefertigten Stempelschnitt. Mit dem Ausprägen des Endprodukts, der Medaille, haben die Stempel ihre ursprüngliche Aufgabe erfüllt. Der modernen Forschung ermöglichen die historischen Prägewerkzeuge einerseits Einblicke in die technische Entwicklung der Medaillenproduktion und andererseits erlauben sie es uns, den künstlerischen Schaffensprozess des Stempelschneiders nachzuverfolgen. Dadurch sind die Prägestempel von einzigartiger kulturhistorischer Bedeutung.
Bei der Station werden originale Prägewerkzeuge präsentiert, die bei der Herstellung von Medaillen Maria Theresias in Verwendung standen.

Münzkabinett


18.30 - 22 Uhr
Von der Lupe bis zur europäischen Forschungsanlage: Untersuchung antiker Münztechnik

Die Station gewährt Einblicke in die Produktion und Analyse von antiken Bronzemünzen. Dabei wird ein Forschungsprojekt vorgestellt, das die Anwendung von Standardmethoden, wie z. B. der Mikroskopie, genauso umfasst wie ausgefallene, hochmoderne Messtechniken, die nur an europäischen Großgeräteeinrichtungen möglich sind. Von selbst durchgeführten Gussexperimenten bis hin zur Interpretation hochkomplexer Analysendaten werden anhand von Mustern sowie Bild- und Videodaten unterschiedliche Ergebnisse des Projektes vorgestellt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Einsatz eines mobilen digitalen Mikroskops zu erleben und von der Korrosion betroffene Objekte ausnahmsweise in der Ausstellung zu besichtigen.

vor dem Münzkabinett


Führungen

19, 20, 21, 22 Uhr
Farbe über Farbe

Wir begeben uns in der Gemäldegalerie auf eine spannende Spurensuche. Gemeinsam erforschen wir das Geheimnis der Farben; wir fragen nach, woher sie kommen, wie Maler sie verwendet haben und zu welchen Tricks sie dabei manchmal griffen.

Führung in der Gemäldegalerie
Dauer 30 Minuten
beschränkte Teilnehmerzahl
für Kinder und Erwachsene
Anmeldung am Infostand, Treffpunkt Vestibül


18.30, 19.30, 20.30, 21.30 Uhr
Ägyptens Geheimcode

Vogel, Vogel, Augʼ, Gesicht, was der Ägypter schrieb, das weiß man nicht! Oder doch? Erforsche mit uns gemeinsam die Schrift des Alten Ägypten.

Führung in der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung
Dauer 30 Minuten
beschränkte Teilnehmerzahl
für Kinder und Erwachsene
Anmeldung am Infostand, Treffpunkt Vestibül


Vorträge

19 Uhr
Georg Plattner
Der Athlet von Ephesos
Alte Restaurierungen und neue Herausforderungen

Vor über 100 Jahren gefunden und restauriert, zählt der Athlet von Ephesos heute zu den wichtigsten Skulpturen der Antikensammlung. Die Bronzestatue war eines der Highlights einer bedeutenden internationalen Ausstellung in Los Angeles. Um beim Transport jede Gefährdung der antiken Skulptur zu vermeiden, wurde gemeinsam mit dem Getty Museum eine aufwendige Verpackung entwickelt, die neue Maßstäbe setzt.

Vortragsraum, 2. Stock


19.30 Uhr
Alice Landskron
Mythen und Lebenswelten in Lykien: Das Heroon von Trysa

Das Heroon von Trysa liegt in den Bergen Lykiens, im Süden der Türkei, auf einem Plateau. Den Grabbezirk umgab an vier Seiten eine drei Meter hohe Umfassungsmauer, die über eine Länge von mehr als 211 Metern mit figürlichen Friesen geschmückt war. Die Relieffriese geben Einblicke in die Lebenswelt der Lykier, in der griechische Mythen ebenso bedeutend waren wie Jagd, Kampf und Bankett. Der Grabherr präsentierte mit der Auswahl der Bildthemen nicht nur seine eigenen Taten, sondern auch seine Verbundenheit mit der griechischen Mythologie.

Vortragsraum, 2. Stock


20 Uhr
René Traum und Martina Grießer
Prägende Eindrücke – Korrosionserscheinungen als Informationsquelle für die Herstellungstechnik antiker Bronzemünzen

Ein mehrjähriges Forschungsprojekt zur Korrosion antiker griechischer Bronzemünzen lieferte einzigartige Ergebnisse in Hinblick auf die Guss- und Prägetechnik. Durch den Einsatz hochmoderner Messtechniken an europäischen Großgeräteeinrichtungen ist es gelungen, den Zusammenhang zwischen der heute zu beobachtenden Korrosion und den verwendeten Materialien sowie Münzherstellungstechniken zu erklären. Daraus ergeben sich weitreichende Erkenntnisse für die numismatische Forschung.

Vortragsraum, 2. Stock


20.30 Uhr
Anna Fabiankowitsch und Andrea Spinka
Geschnitten in Stahl, geprägt in Gold
Die Medaillen(-prägestempel) Maria Theresias

Kein anderes Mitglied des Kaiserhauses ließ so viele Medaillen prägen wie Maria Theresia. Als beliebte Sammelobjekte dienten Medaillen der dynastischen Erinnerungskultur, sie waren wertvolle Miniaturdenkmäler im handlichen Format zur Repräsentation des Kaiserhauses.
Das Münzkabinett besitzt mit über 900 Exemplaren nicht nur die weltweit bedeutendste Sammlung von Medaillen Maria Theresias, sondern bewahrt auch jene Prägewerkzeuge, die zur Herstellung dieser Medaillen in Verwendung waren.

Vortragsraum, 2. Stock


22 Uhr
Johanna Diehl und Sabine Stanek
Ewig schön? Kunst hinter Glas

Warum ist es in den Ausstellungsräumen so kühl und düster? Warum befinden sich die meisten Objekte hinter Glas? Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die Theorie der wichtigsten Schädigungsfaktoren für Kunst- und Kulturgut und zeigt anhand einiger Beispiele Folgen von unpassenden Umgebungsbedingungen im Museumsalltag auf. Weiters werden Möglichkeiten vorgestellt, die Aufbewahrungsbedingungen für die Objekte nachhaltig zu verbessern.

Vortragsraum, 2. Stock


Für Kinder & Jugendliche

18 - 22 Uhr
Abenteuer Archäologie

Hier wirst du selbst zum Forscher. Wozu braucht ein Archäologe Kamm oder Pinsel? Wie gräbt man aus und was macht man dann mit dem Gefundenen? Probier es selbst aus und grabe nach Fundstücken – wie ein richtiger Archäologe!

Mitmachstation für Kinder, im Atelier


18 - 22 Uhr
Welche Farbe hat Rotkraut?

Viele Farbstoffe aus der Natur, die auch bei Kunstobjekten ‒ beispielsweise gefärbten Textilien oder als Bestandteil von Malfarben ‒ Verwendung finden, ändern ihre Farbe je nach den Umgebungsbedingungen. So auch das Rotkraut: Wächst es auf sauren Böden, zeigt es eine rot-violette Färbung; auf Böden mit höherem pH-Wert verfärben sich die Blätter hingegen blau-violett.
In dieser Mitmachstation nutzen wir diese Indikatoreigenschaft, um ein erstes Verständnis für eine wichtige chemische Stoffgröße zu erlangen: den pH-Wert. Wir schlüpfen in die Rolle eines Chemikers, testen verschiedene Lebensmittel und zaubern mit Rotkraut eine bunte Farbskala.

Mitmachstation für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen, im Atelier


Information

Kunsthistorisches Museum Wien
Maria Theresien-Platz, 1010 Wien

Kontakt
+43 1 525 24 4025
info@khm.at

www.langenachtderforschung.at

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