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Wandbilder hervorragender Bauwerke in Österreich Blatt 7, K.k. kunsthistorisches Hofmuseum in Wien

Das Wiener Kunsthistorische Museum zählt zu den bedeutendsten europäischen Museumsbauten des 19. Jahrhunderts. Von Kaiser Franz Joseph I. im Zuge der Stadterweiterung im Jahr 1858 in Auftrag gegeben, sollte das monumentale Gebäude die über Jahrhunderte von den Habsburgern gesammelten Kunstschätze nicht nur zusammenführen, sondern auch in angemessener Weise repräsentieren. 20 Jahre dauerte seine Errichtung vom ersten Spatenstich 1871 bis zur Fertigstellung im Jahre 1891.

Baugeschichte

Die Kunstsammlungen des Kaiserhauses waren über Jahrhunderte hinweg verstreut in verschiedenen Baulichkeiten und unter beengten räumlichen Bedingungen untergebracht. Um diese kulturelle Mißlichkeit zu beseitigen - andere Städte wie Berlin, Madrid oder London hatten schon längst ihre großen Museen - sollte daher in Wien ein neuer, zentraler Museumsbau errichtet werden.

Bereits 1858 wurde der Bau von Museen und Galerien in das Stadterweiterungsprogramm aufgenommen. Doch erst 1864 fiel die Entscheidung, daß vor der Wiener Hofburg zwei, äußerlich gleiche Gebäude entstehen sollten: Das Kunsthistorische und das Naturhistorische Hofmuseum.

Der Wettbewerb

Entwurf von Heinrich von Ferstel
Entwurf von Theophil von Hansen
Entwurf von Moritz von Löhr
Entwurf von Carl von Hasenauer

Zur Teilnahme an einem Wettbewerb für den Bau der neuen Museen wurden 1866 die Architekten Heinrich von Ferstel, Theophil von Hansen, Moriz Ritter von Löhr und Carl von Hasenauer eingeladen. Ein Jahr später lagen die vier Entwürfe vor und wurden in der Hofburg zur allgemeinen Besichtigung, die eine lebhafte Diskussion auslöste, aufgelegt.

Die Jury kam jedoch zu dem Ergebnis, daß keines der vorgeschlagenen Projekte zur Ausführung geeignet sei.

Aus diesem Grunde wurde der berühmte Architekt und Kunsttheoretiker Gottfried Semper zur Begutachtung der Entwürfe nach Wien berufen. Semper kritisierte nicht nur die Entwürfe, sondern auch den Plan des Wettbewerbes selbst und verlangte ein übergreifendes Gesamtkonzept. Vom Kaiser erhielt er nun den Auftrag, selbst die Museumsbauten zu planen und sich einen mit den lokalen und geschäftlichen Bedingungen in Wien vertrauten Mitarbeiter zu suchen. Semper entschied sich für Hasenauer.

Das Kaiserforum

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Gottfried Semper, Erster Entwurf für das Kaiserforum. Zürich 1869. Wien, Österreichisches Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Planarchiv. (©: ebenda.)

Semper entwickelte die Idee eines Kaiserforums, in dem die beiden Hofmuseen einen wesentlichen, aber in der Gesamtanlage untergeordneten Platz haben sollten.

Am 30. Juli 1870 bewilligte Kaiser Franz Joseph den Bau des Forums nach Sempers Plänen. Ein Jahr später erfolgte die kaiserliche Baugenehmigung und im Herbst 1871 der erste Spatenstich.

Der Museumsbau, 1871 von Semper und Hasenauer gemeinsam begonnen, wurde ab 1876 von Hasenauer alleine weitergeführt und im Äußeren 1880 vollendet. Bis zur feierlichen Eröffnung im Jahre 1891 vergingen aber noch 11 weitere Jahre mit den Bau-und Einrichtungsarbeiten im Inneren.

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