Art Stories

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1989: Geduld

Thomas Struth, Kunsthistorisches Museum 1, Wien 1989
© 1990 Thomas Struth, Photo: © MCA Chicago

Dieser Blick in Saal 14 der Gemäldegalerie ist moderne Kunst: 1989 begann der in Berlin und New York lebende deutsche Fotograf Thomas Struth mit einer Serie von Museumsphotographien, nachdem er zuvor mit Stadtlandschaften erfolgreich geworden war und nun zunehmend nicht nur in Galerien sondern auch in den großen europäischen Museen ausgestellt wurde. Die neben Wien auch in Chicago, Paris und London entstandenen Aufnahmen sind nicht inszeniert - Struth wartete, bis sich eine passende Komposition ergab.

Thomas Struth, Kunsthistorisches Museum 2, Wien 1989
© 1990 Thomas Struth

„Die Idee hinter den Museumsphotographien war es, Meisterwerke […] von ihrem Status als ikonische Gemälde zu befreien, uns daran zu erinnern, dass es sich um Bilder handelt, die in einem gegenwärtigen Moment erschaffen wurden, von Künstlern, die auch ein ganz normales Alltagsleben hatten. Man kann ihr Können bewundern, aber die Verehrung von Werk und Person kann auch ein Hindernis sein. Kurz gesagt: Es ging mir darum, die Zeit des Bildes und die Zeit des Betrachters miteinander zu verknüpfen.“

Die Fotografien waren übrigens schon bald nach ihrer Entstehung im KHM zu Gast: vom 26.11.93 bis 10.1.1994 waren sie gemeinsam mit Arbeiten von Cindy Sherman, Oliver Richon, Arnulf Rainer, Pierre et Gilles, Christian Milovanoff, Richard Kriesche und Peter Hoffmann unter dem Titel „Diskurse der Bilder“ im neu eingerichteten Sonderausstellungssaal des KHM zu sehen.

www.thomasstruth32.com

Das Museum of Contemporary Art, Chicago, das National Museum und das National Museum of Modern Art (beide Kyoto) besitzen Editionen der Fotografie.

written by Cäcilia Bischoff on 18.9.2018 in #Moments, Objects, Stories
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