Fotosammlung
Die Fotosammlung des Museums für Völkerkunde umfasst rund 75.000 Objekte und verdient sowohl aus fotohistorischer als auch aus ethnologischer Sicht Beachtung. Sie entstand um 1880, rund 40 Jahre nach Erfindung der Fotografie. Ihre Aufgabe war es, die Forschungs- und Ausstellungstätigkeit der Anthropologisch-Ethnographischen Abteilung des k. k. Naturhistorischen Hofmuseums in Wien zu unterstützen.
In den Anfängen galt die Fotografie als rein dokumentarisches Medium, das die Wirklichkeit „objektiv" abbildet. Später kamen neue Einsichten dazu: Man erkannte den subjektiven Charakter der Fotografie und berücksichtigte ästhetische Fragen. Man wurde sich bewusst, wie sehr das Bild von der Welt und ihren Bewohnern durch Medien geprägt ist.
In der Sammlung finden sich bedeutende Beispiele der frühen Reise- und Forschungsfotografie, u.a. von Albert Frisch, Joachim von Brenner-Felsach, Otto Finsch, Oscar Baumann, Eduard Hodek, Rudolf Pöch, Helene und Rudolf Oldenburg, Christoph Fürer-Haimendorf und Mario Baldi. Darüber hinaus belegen umfangreiche Bestände die Entwicklung der kommerziellen Fotografie außerhalb Europas im späten 19. Jahrhundert anhand von Aufnahmen bekannter Studios.
Leitung: Christine Zackel M.A.
