Das Museum

Die Aufgabe ethnologischer Museen

Ethnologische Museen sind Archive von Dokumenten der kulturellen Vielfalt der Menschheit und der Veränderungen der Kulturen der Welt. Sie zeigen einen Teil der von ihnen bewahrten Gegenstände im Rahmen von Ausstellungen, die dem besseren Verständnis einzelner Kulturen oder Weltregionen gewidmet sind oder sich auf vergleichende Weise mit der Bandbreite menschlicher Kulturäußerungen und den Gemeinsamkeiten von Kulturen befassen. In ihrer Auseinandersetzung mit kultureller Fremdheit und mit dem, was alle Menschen miteinander verbindet, leisten ethnologische Museen einen wichtigen Beitrag zum Verständnis einer durch verbesserte Möglichkeiten der Mobilität und Kommunikation geschrumpften und durch Migrationsströme zunehmend multikulturellen Welt.

Das Bindeglied zwischen der Rolle der Museen als Archiven und ihrer Bildungsaufgabe stellt die Forschung dar, die verlorene oder verdeckte Sinnzusammenhänge wieder herstellen oder offenbar machen kann. Diese Forschungstätigkeit schließt die Ergänzung der Sammlungen im Rahmen von Feldforschungen ebenso ein wie historische Untersuchungen zur Kultur-, Sammlungs- und Wissenschaftsgeschichte sowie materialkundliche und technologische Analysen.

Die Geschichte des Museums

Die Ursprünge des Museums für Völkerkunde Wien reichen zurück ins Jahr 1806, als mit dem Erwerb eines Teils der Cookschen Sammlungen eine eigene „k.k. Ethnographische Sammlung“ im kaiserlichen Hofnaturalienkabinett eingerichtet wurde. Seit 1876 wurden die stark angewachsenen Bestände in der Anthropologisch-Ethnographischen Abteilung des Naturhistorischen Museums verwaltet. 1928 erfolgte schließlich die Gründung eines eigenen Museums für Völkerkunde im Corps de Logis der Neuen Burg. Seit 2001 ist das Museum Teil der wissenschaftlichen Anstalt „Kunsthistorisches Museum mit Museum für Völkerkunde und Österreichischem Theatermuseum“.

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