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Die Standorte

Konservatorische Maßnahmen zur Erhaltung einer schimmelbefallenen Zeremonialmaske aus Papua Neuguinea

Christiane Jordan
Zeremonialmaske, Gesamtaufnahme der Vorderseite, Normallicht, vor der Konservierung. Maramba,
Zeremonialmaske, Gesamtaufnahme mit seitlichen Beschneidungen, Rückseite, Normallicht, vor der Konservierung.
Zusammenfassung Dieser Beitrag beschreibt die Maßnahmen zur Konservierung einer Zeremonialmaske aus dem Besitz des Museums für Völkerkunde Wien. Die Maske stammt aus Papua Neuguinea, aus dem Gebiet am Übergang vom mittleren zum unteren Sepik. Dort diente sie vermutlich als Ahnenmaske. Sie ist aus Holz geschnitzt, mit einer Masse aus rotem Ton übermodelliert und mit schwarzer und weißer Farbe bemalt. Molluskenschalen, Hauer, Federn und Pflanzenfasern sind weitere Bestandteile der Maske. Zahlreiche naturwissenschaftliche Untersuchungen erbrachten Aufschluss über die verwendeten Pigmente, Füllstoffe und Bindemittel. Eine Konservierung war notwendig, da der zu geringe Bindemittelanteil und unterschiedliches Schwundverhalten der verwendeten Materialien zu großen Schäden bei Masse- und Farbschichten geführt hatten: Die Abhebungen der Masse- und Farbschichten, die Zahl der losen Schollen und die sonstigen Verluste waren immens.
Natürliche Alterungsprozesse, starker Lichteintrag und unsachgemäße Handhabung hatten zudem bei den Pflanzenfasern zu Brüchigkeit, Ausbleichungen und Verlusten geführt. Es wurde außerdem ein starker, großflächiger Schimmelbefall durch Eurotium rubrum, eine Aspergillusart, festgestellt. Die Lebensfähigkeit des Schimmelpilzes konnte nachgewiesen werden. Um die damit verbundene Gefahr weiterer Materialschädigungen zu verhindern, wurde beschlossen, den Pilz zu desinfizieren.
In einer Testreihe wurden materialgleiche Prüfkörper mit dem Pilz beimpft. Nach dem Wachstum des Pilzes wurden sie verschiedenen Methoden zur Schimmelbekämpfung ausgesetzt, um diese auf ihre Wirksamkeit zu testen. Folgende konservatorische Maßnahmen wurden an der Maske durchgeführt: Der Schimmelpilz wurde durch eine möglichst gesättigte Atmosphäre von 1 %-igem Thymol in Ethanol desinfiziert. Masse- und Farbschichten wurden durch Festigung und Hinterfüllung, gerissene und aufgedröselte Pflanzenfasern wurden nähtechnisch konsolidiert. Eine Stützkonstruktion und eine Depotkiste wurden angefertigt.