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Die Standorte

Prunkfassungen im Wandel der Zeit: Analyse und Erhaltung der historischen Fassungen auf drei original „bronzierten“ und später vergoldeten Prunktischen aus den Liechtensteinschen Sammlungen

Susanne M. Käfer, Martina Grießer, Václav Pitthard und Sabine Stanek
Kleiner Prunktisch aus den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein (Inv.-Nr. 1401) vor der Restaurierung.
Kleiner Prunktisch mit Pietra dura-Platte nach der Restaurierung im Palais Liechtenstein. (© Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein, Vaduz – Wien.)
Zusammenfassung Drei 1711 in der Werkstatt des Giovanni Giuliani gefertigte und heute vergoldete Prunktische aus den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein wurden aufgrund ihres schlechten Erhaltungszustandes für die Präsentation im neu eröffneten Liechtenstein Museum in Wien restauriert. Die Schäden an allen drei Tischen, verursacht vor allem durch Klimaschwankungen mit oftmals zu geringer Luftfeuchtigkeit und durch häufige Transporte, umfassten Schwundrisse im Holz sowie Schollenbildungen, teilweise Ablösungen und Verluste der Fassung. Zusätzlich waren die Objektoberflächen durch Staub stark verschmutzt.
Bereits während der Eingangsdokumentation konnte unter der heutigen Vergoldung des 19. Jahrhunderts eine dunkelgrüne Originalfassung beobachtet werden, die hinsichtlich Schichtabfolge, verwendeter Pigmente und Bindemittel untersucht wurde. Anhand von mikroskopischen Analysen an Fassungsquerschliffen und Untersuchungen mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) konnte an allen drei Tischen eine aus zwei bis drei Schichten aufgebaute, originale „Bronzierung“ nachgewiesen werden. Die „Bronzierung“ ist ein Fassungstechnik, die im 18. und 19. Jahrhundert als Prunkfassung – zur Vortäuschung „patinierter“ Bronzen als Grundmaterial – auch an Objekten aus Holz oder Stein angewandt wurde. Ziel der vorgenommenen Konservier- und Restauriermaßnahmen – Festigung der Goldfassung, Säuberung der Goldoberfläche, Rekonstruktion fehlender Schnitzereien, Ergänzung von Fehlstellen in der Fassung, Neuvergoldung der ergänzten Schnitzereien und schließlich Retusche –waren die Sicherung und Erhaltung der vergoldeten Oberfläche unter Verwendung möglichst reversibler Materialien sowie die Ergänzung der fehlenden Schnitzereien.