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Die Standorte

Franz Geissenhof und seine Zeit

Kunsthistorisches Museum - Sammlung alter Musikinstrumente
Streichquartett von Franz Geissenhof

Leitung: HR Dr. Rudolf Hopfner
Finanzierung: KHM und OENB

Franz Geissenhof (1753 – 1821) erhielt bereits sehr früh den schmeichelhaften Beinamen „Der Wiener Stradivari“, was seine Berechtigung dadurch erfährt, dass er als erster Wiener Geigenbauer konsequent das Stradivari Modell aufnahm und kopierte. Er ist als der wichtigste Geigenbauer der Wiener Klassik anzusehen und übertraf in qualitativer Hinsicht sowohl seinen Lehrmeister Johann Georg Thier als auch seine Zeitgenossen. In seinem Schaffen lässt sich sowohl der Übergang vom typisch Wienerischen Geigenmodell des 18. Jahrhunderts, das noch deutliche Anklänge an Jacob Stainer zeigt, zu italienischen Vorbildern ablesen, als auch der Wandel des ästhetischen Geschmacks. Während Geissenhofs frühe Instrumente einen unscheinbaren, dunklen und stark deckenden Lack tragen, geht er ab ca. 1810 zu helleren, leuchtenden Farbtönen über, die die Holzqualität gut zur Geltung kommen lassen.

Die Anregung zu diesem Forschungsprojekt erfolgte einerseits durch den sehr wesentlichen Bestand an Instrumenten aus Geissenhofs Werkstätte in der Sammlung alter Musikinstrumente, in anderen öffentlichen Sammlungen und in Privatbesitz, andererseits durch die beträchtliche Anzahl von peripheren Objekten aus Geissenhofs Werkstätte. So verwahrt das Technische Museum Wien Formbretter, Schablonen und Werkzeuge aus seinem Besitz. Diese Utensilien lassen Rückschlüsse auf seine Arbeitsweise und die Entwicklung seiner Modelle zu und bilden daher eine sehr wesentliche Quelle. Eine wichtige Ergänzung dazu bildet ein Buch aus Geissenhofs Besitz, das vor Kurzem für die Bibliothek des KHM angekauft werden konnte. Es handelt sich um die deutsche Übersetzung von Antonio Bagatellas „Regole per la costruzione de violini“, womit belegt ist, dass sich Geissenhof auch auf theoretischer Basis mit dem Geigenbau beschäftigte.

Wesentliche Unterstützung erfuhr das Projekt durch den Jubiläumsfond der Oesterreichischen Nationalbank. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Wiener Musikinstrumentenmacher der Mozartzeit“, von Dr. Rita Steblin, wurden erstmals auf breiter Basis biographische Fakten über Geissenhof und seine Zeitgenossen zusammengetragen. Neben dem rein biographischen Aspekt geben viele dieser Dokumente Auskunft über die wirtschaftlichen Gegebenheiten und die Größe der Werkstätten. Das Forschungsprojekt wurde 2009 mit dem Erscheinen des Buches „Franz Geissenhof und seine Zeit“ (dt./engl.) in der Edition Bochinsky abgeschlossen.